Unzufrieden bis zur Rente? #11

Ich bin unzufrieden mit meinem Leben - was kann ich tun?

Unzufrieden oder unglücklich sein kennt Jeder. Das fängt manchmal schon direkt am Anfang der Woche an. Vielleicht kennst du das: Es ist Montagmorgen, dein Wecker klingelt. Genervt machst du ihn aus – eine lange, anstrengende Woche liegt vor dir. Du hast so gar keinen Bock, arbeiten zu gehen. Du bist unzufrieden. Aber du musst ja, denn du hast schließlich diesen Beruf gelernt. Es ist Dein sicherer Job mit dem du viele laufende Kosten deckst. Und auch, wenn du die Kollegen vielleicht nicht alle wahnsinnig sympathisch findest, weißt du, was dich erwartet, wenn du morgens zur Arbeit kommst. Alles läuft irgendwie und es wäre auch okay, wäre da nicht diese leise Stimme, die fragt:

 

„Soll das jetzt bis zur Rente weitergehen?

Ist das hier das Leben? Muss sich arbeiten echt so anfühlen?“

 

Und weißt du was? So muss es garantiert nicht sein!

Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch etwas besonders gut kann und darin gleichzeitig aufblüht und automatisch viel besser in diesem Bereich ist als die meisten Anderen!

 

Wohin geht die Reise?

Die Wenigsten fragen sich nach ihrer Schulzeit:

  • Was kann ich wirklich gut?
  • Was macht mich glücklich?
  • Was will ich?

Wir schauen, mit welcher Ausbildung wir einen gut bezahlten, sicheren Job ergattern können. Vielleicht hatten wir nach der Schule die fixe Idee, diese eine Ausbildung/das Studium wäre genau das Richtige. Was aber wenn es sich dann in der Realität falsch anfühlt? Oder ganz anders ist, als wir es uns vorgestellt haben. Doch dann sagt die innere Stimme: „Was du angefangen hast, das ziehst Du durch. Wenn du dann einmal arbeitest, wird bestimmt alles besser.“

Aber weißt du was: Es ist nie zu spät, einen anderen Kurs zu fahren und das Ziel im Navigationsgerät zu ändern! Warum nach Norwegen fahren, wenn du eigentlich Sonne und Wärme brauchst und viel glücklicher in Spanien wärst? Ja, die Route mag unbekannt sein oder voller Hindernisse. Vielleicht sind noch nicht viele diesen Weg gegangen, oder er soll „gefährlich“ sein.

Hey, nicht allem im Leben ist planbar und vorhersehbar. Traue Dich den beruflichen Weg zu gehen, der deinem Potenzial entspricht. Den Job zu finden, für den du morgens voller Freude aus dem Bett springst, weil du dich einfach tierisch auf den Tag freust!

 

Empowerment Coaching ist Motivation und ein weisender Weg

Unzufrieden sein und der Faktor Umfeld

Wie oft höre ich, wenn es um Unzufriedenheit am Arbeitsplatz geht, Sätze wie:

  • Mein Chef ist einfach ein Vollidiot.
  • Ich werde von allen Seiten unter Druck gesetzt.
  • Ich habe viel zu wenig Zeit für meine Hobbies und meine Familie, da ich so viel arbeiten muss.
  • Der ganze Lärm im Büro stresst mich total.

 

Häufig sind neben der inhaltlichen Unzufriedenheit die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz sehr belastend.

Jemand, der viel Wertschätzung und Lob braucht, um motiviert zu arbeiten, wird eingehen wie eine Primel, wenn er oder sie nie Feedback zur geleisteten Arbeit bekommt. Jemand, der gerne mit Menschen arbeitet und in Gesellschaft aufblüht, wird wahnsinnig unzufrieden und unglücklich sein, wenn er oder sie den ganzen Tag alleine vor einem Computer sitzt. Jemand, der abends gut arbeiten und sich gut konzentrieren kann wird immer darunter leiden, wenn er oder sie morgens um 8 Uhr parat stehen muss.

Ich möchte dir gerne 5 Fragen an die Hand geben, um mehr darüber herauszufinden, was du wirklich willst. Denn nur du weißt, was du brauchst, um glücklich und erfüllt zu sein – auch im Job.

 

Wo möchte ich arbeiten?

Wo möchtest du gerne arbeiten? Und ja, du darfst jetzt mal groß und verrückt denken. Wie soll dein Arbeitsplatz aussehen, damit du dich richtig wohlfühlst? Brauchst du vielleicht viel Licht, Natur in der Umgebung, oder eher das bunte Leben um dich herum? Hast du gerne ein nüchternes, ordentliches Büro, wo du gut denken kannst? Oder hast du es gerne bunt, farbenfroh und lebendig, da du erst dann kreativ wirst und dich wohlfühlst? Hast du gerne eine feste Anlaufstelle, oder bist du lieber unterwegs?

 

Achtsamkeit und Selbstliebe sind zwei Faktoren eines guten Coachings

Foto: Jana Chudobova

 

Wie möchte ich arbeiten?

Wie erledigst du deine Arbeit am liebsten? Eher in einem Rutsch und intensiv, so wie beispielsweise bei Projektarbeit, oder lieber kontinuierlich, Stück für Stück, ohne Druck? Arbeitest du lieber für dich alleine, ganz ungestört, oder wirst du erst richtig kreativ in Teams, wenn du gemeinsam mit anderen Ideen entwickeln kannst? Bekommst du lieber klare Arbeitsaufträge, oder möchtest du frei arbeiten und fühlst dich eher eingeengt, wenn du genaue Vorgaben bekommst?

 

Wann möchte ich arbeiten?

Wann bist du besonders kreativ und leistungsfähig? Bist du eher der Morgenmensch, der von alleine früh aufwacht und gleich voller Energie in den Tag startet und hochkonzentriert arbeiten kann? Oder kommst du eher schwer in die Gänge und fährst aber abends so richtig hoch? Wie oft weichen unsere Arbeitszeiten stark von unserem Wohlfühl-Rhythmus ab und wir leiden stetig darunter. Ich habe mich 13 Jahre lang vor der Schule um 6:30 Uhr aus dem Bett gequält und brauchte mindestens 2 – 3 Stunden, bis ich halbwegs wach und kommunikationsfähig war. Abends allerdings bin ich voller Energie und sitze häufig bis 24:00 Uhr am Laptop und arbeite. Also, auch wenn dein jetziger Job dir einen klaren Rhythmus vorgibt, erlaube dir, dich zu fragen, wie es denn wäre, wenn du ganz frei wählen könntest.

 

Wieviel möchte ich arbeiten?

Ja, ich weiß, ein heikles Thema. Aber wer sagt, dass du 40 Stunden die Woche arbeiten musst? Oder 20, oder 30? Im Endeffekt entscheidest du, wieviel du arbeiten möchtest. Warum? Wenn du mehr arbeitest, als du eigentlich möchtest, dann vermutlich deshalb, weil du einen relativ hohen Lebensstandard hast. Als Belohnung für die harte Arbeit gönnst du dir gerne etwas. Je mehr du dich daran gewöhnst, desto höher wird der Druck, das Gehalt beizubehalten oder sogar zu steigern. Was wäre, wenn du dich auf das Wesentliche beschränken würdest und dafür viel mehr Zeit hättest, wo du machen kannst, was du willst?

Vielleicht hast du aber auch eine Teilzeitstelle und fühlst dich unterfordert, oder du hast Kinder und langweilst dich zuhause, würdest dich gerne beruflich ausleben? Diese Fragen kannst du nur für dich beantworten.

 

Mit wem möchte ich zusammen arbeiten?

Mit wem möchtest du dich während deiner Arbeitszeit umgeben? Mit welchen Menschen, eher alt, eher jung, eher extrovertiert, eher still – oder vielleicht sogar mit Tieren? Oder bist du am liebsten für dich?

Vielleicht sind mir bei der Beantwortung der Fragen schon Punkte aufgefallen, wo dein jetziger Job mit deinen Bedürfnissen kollidiert. Und auch, wenn der Gedanken vielleicht neu für dich ist – das muss nicht sein! Je genauer deine Vorstellung darüber ist, was du dir wünschst, desto eher wirst du das auch anziehen. Steh dafür ein, so nah wie möglich an diese Vorstellung heranzukommen. Das Tolle daran ist:  je wohler du dich fühlst, desto mehr kommt dein Potenzial zum Tragen. Du tust nicht nur dir selbst, sondern allen damit einen riesigen Gefallen!

 

Zu der Autorin

Lebe Deine Berufung. Liebe dich selbst

Lilian von Wernsdorff unterstützt als Empowerment Coach Menschen dabei, ihre Berufung zu finden und zu leben, sowie eine gute Beziehung zu sich selbst zu entwickeln und voller Selbstvertrauen durchs Leben zu gehen. In Form von Einzelcoachings, Seminaren, Workshops und Vorträgen regt sie Menschen an, an eine große, strahlende Version von sich selbst zu glauben und mutig den eigenen, authentischen Weg zu gehen, auch in beruflicher Hinsicht.

Auf Facebook findest Du Lilian von Wernsdorff hier.

 

Wie sich Sprachsuche auf Deine Texte auswirkt hat Simone Maader für Dich zusammen gefasst. Und hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 zur Frage wie Du gute Webtexte schreibst!!!

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18 Comments

  • Diana April 1, 2019 at 2:17 pm

    Ich habe jetzt nicht richtig verstanden, an wen sich der Beitrag richtet. An Selbsständige? An alle Berufstätigen, die unzufrieden sind? Ich kenne leider einige, die keine große Wahl haben als den Beruf auszuüben, den sie haben, auch wenn er keinen Spaß macht. Und froh sein müssen, ihn überhaupt zu haben.

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:30 pm

      Liebe Diana,
      der Beitrag richtet sich an alle Menschen, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben und noch nicht ihre Berufung gefunden haben. Wir haben immer die Wahl, wie wir unsere Lebenszeit verbringen, auch wenn das naiv klingt. Wir erschaffen uns häufig ein Konstrukt, welches uns an ein bestimmtes Gehalt „fesselt“. Zumindest in unserer westlichen Welt haben wir die Wahl, ob wir einen hohen Lebensstandard halten wollen, der uns möglicherweise viel Zeit raubt, welche wir investieren müssen, um das Geld zu verdienen, welches wir dafür brauchen. Oder ob wir eher minimalistisch leben und dafür viel freier mit unserer Zeit umgehen wollen.

      Reply
  • Avaganza April 1, 2019 at 9:28 pm

    Interessante Einblicke! Coaching ist selbst ein Instrument das ich immer wieder einsetze. Bei mir geht es um Karrierecoaching und Coaching im beruflichen Kontext … aber natürlich fließen da auch immer alle anderen Lebensbereiche mit hinein.

    lg
    Verena

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:32 pm

      Liebe Verena,
      gibst du selber Coachings für andere, oder nutzt du die Tools für dich selbst?
      Ja, unsere Lebensbereiche sind viel enger miteinander verwoben, als es manchmal scheint – deshalb arbeite ich auch systemisch, beziehe also alles, was den Menschen umgibt, in die Coachings mit ein.
      Liebe Grüße,
      Lilian

      Reply
  • Dr. Annette Pitzer April 2, 2019 at 4:52 am

    Egal was ich im Leben gearbeitet habe ich hatte immer Freude daran. Auch als ich im Akkord am Band arbeitete um mir mein Studium zu finanzieren. Die Arbeit ist nicht das Problem, sondern die eigene Einstellung dazu..

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 2, 2019 at 7:40 am

      Das ist ein sehr wichtiger Punkt! Das bedeutet, dass das „Warum“ (die Motivation, die Tätigkeit auszuführen) so stark ist, ein eventuell anstrengendes/lästiges/unbequemes „Wie“ in Kauf zu nehmen. Problematisch wird es halt, wenn wir keinen Sinn in dem sehen, was wir tun. Denn dann funktionieren wir noch und verkaufen unsere Lebenszeit.
      Danke für deinen Kommentar, Annette!

      Reply
  • Marie-Theres Schindler April 2, 2019 at 4:00 pm

    Hmm, also mir macht meine Arbeit Spaß und ich versuche immer positiv an die Dinge heranzugehen. Daher kann ich gar nicht sagen, wie es ist, ewig unzufrieden zu sein. 🙂 Ich meckere sehr ungern, sondern versuche lieber, etwas an der Situation oder an meiner Einstellung zu ändern.
    Liebe Grüße,
    Marie

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:34 pm

      Liebe Marie,
      wie schön, dass dir deine Arbeit Spaß macht! Und du hast völlig recht – die Einstellung dazu spielt eine zentrale Rolle! Dadurch, dass du proaktiv handelst, wenn du unzufrieden bist, korrigierst du deinen beruflichen Kurs ja immer wieder. Weiter so, dann kannst du dich nicht in der Unzufriedenheit festfahren!
      Liebe Grüße,
      Lilian

      Reply
  • Carry April 2, 2019 at 6:36 pm

    Momentan beneide ich Leute die Spaß an ihrem Beruf haben sehr stark. Ich bin aktuell ziemlich unzufrieden und daher auch auf der Suche nach etwas neuem, so lange muss ich halt noch in den sauren Apfel beißen und zu meinem aktuellen Job gehen.

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:36 pm

      Liebe Carry,
      das kann ich gut verstehen, denn so habe ich mich auch häufig gefühlt! Wenn du magst, komm doch zu meinem Workshop „Arbeitest du noch oder lebst du schon?“ am 4.5. oder 18.5. – dann kannst du dich gemeinsam mit Gleichgesinnten an das Thema herantasten?
      Hier findest du weitere Infos dazu:
      https://lilianvonwernsdorff.com/veranstaltungen/
      Ich freue mich, wenn wir uns dort begegnen. Falls nicht, wünsche ich dir trotzdem viel Erfolg auf deinem Weg und wünsche dir, dass du die Freude im Arbeitsleben findest! 🙂
      Herzliche Grüße,
      Lilian

      Reply
  • anja April 2, 2019 at 7:16 pm

    Ein wirklich toller Beitrag, ich bin auch der Meinung, dass jeder seines Glückes Schmied ist und das man selber dafür verantwortlich ist, in seinem Job und seinem Leben glücklich zu sein.

    Viele liebe Grüße Anja

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:37 pm

      Liebe Anja,
      vielen Dank für dein Feedback, ich freue mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt! Schön, dass du meine Perspektive teilst! 🙂
      Herzliche Grüße,
      Lilian

      Reply
  • Sue April 2, 2019 at 8:45 pm

    Toller Beitrag! Ich arbeite auch schon gefühlt eine Ewigkeit und bin (erst) Mitte Dreißig. Es gibt tatsächlich Tage, worüber ich nachdenke: Warum? Wieso? Weshalb? Ich arbeite tatsächlich um zu (über)leben, um unseren Standart zu halten. Aber wer gibt mir die Zeit wieder? Zum Beispiel Zeit mit meinem Kind? Ich habe ein Ziel und das halte ich fest vor Augen und arbeite dran. Irgendwann kehrt bei mir auch mal der Frieden ein.

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:39 pm

      Liebe Sue,
      danke für dein Feedback!
      Du hast so recht – das Wertvollste, was wir haben, ist nun mal unsere Lebenszeit. Und wir wissen nicht einmal, wieviel davon wir haben werden. So viele Menschen tauschen einen so großen Batzen dieser wertvollen Zeit gegen Geld ein – das macht mich so traurig! Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg und wünsche dir den Frieden, den du suchst!
      Alles Liebe,
      Lilian

      Reply
  • Familie-testet April 3, 2019 at 9:53 am

    Ich kenne das Gefühl von Unzufriedenheit in der Arbeit, wo man sich nicht wohl fühlt und total unterfordert ist.
    Mittlerweile habe ich meinen Job gefunden, wo ich gerne alt werden möchte.

    Liebe Grüße,
    Melanie

    Reply
    • Lilian von Wernsdorff April 8, 2019 at 7:40 pm

      Liebe Melanie,
      dann weißt du ja, wovon ich spreche, und kennst auch das Gefühl von Erfüllung im Beruf, wie schön! Ich hoffe, dass du weiterhin zufrieden in deinem Job bist! 🙂
      Herzliche Grüße,
      Lilian

      Reply
  • Florian April 23, 2019 at 1:14 pm

    Liebe Lilian,
    toller Beitrag mit ganz wichtigem Thema. Ich finde es tragisch, wenn Menschen jahre- und jahrzehntelang in einem Job gefangen sind, der sie nicht glücklich macht. Meiner Erfahrung nach gibt es oft das Gefühl, Sicherheit gegen Freiheit eintauschen zu müssen. Dabei sind diese beiden Dinge nicht unbedingt (bzw. nicht immer) Gegenteile, sondern können sich auch gegenseiteig verstärken.
    Sicherlich ist Selbständigkeit nicht für jeden passend – ich bin jedoch der Meinung, dass es jeder zumindest mal versucht und gelebt haben sollte, da Selbständigkeit mehr Facetten hat als nur Freiheit und gefühlte Unsicherheit.

    Liebe Grüße
    Florian von Freelancer’s Tales

    Liebe Grüße
    Florian von Freelancer’s Tales

    Reply
  • Who is Mocca? Mai 23, 2019 at 5:46 pm

    Direkt nach der Schulzeit war das bei mir nicht anders! 🙂 Ich bin froh, dass ich bereits mit knapp Mitte 20 entdeckt habe, was ich besser kann und was ich auch in Zukunft machen möchte 🙂

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und agenturspatz.com

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