Surfen im Meer statt im Netz

Wie geht Surfen?

Der Mann steht am Strand und wartet das Wellenset ab. Dann läuft er einige Schritte ins Wasser, legt sich auf sein Brett und paddelt. Es geht auf jede einzelne Welle zu, mal taucht er darunter durch. Mal stemmt er mit den Händen den Oberkörper hoch und gleitet über die Welle drüber. Hinter dem Weißwasser hat er sein Ziel erreicht. Gerade rechtzeitig als die Sonne über die Düne klettert. Gerade so, als ob sie nun bereit ist für die Show der Coolen und Mutigen.

 


Surfercamps sind eine gute Gelegenheit mit dem Surfen vertraut zu werden

Surfen lernen im Urlaub

„Mh, ich glaube die Wellen sind heute echt gut und so geordnet“, sagt Claudia aus Hamburg. Schweißgebadet steht Sie in ihrem langärmligen Neopren Anzug mit den Füßen Knöcheltief im Sand. Die Aufwärmübungen bestanden heute aus einem kleinen Wettrennen, Arm-, Knie- und Hüftkreisen sowie diversen Dehn-Übungen. Claudia gehört nicht zu den Profis. Sie ist eine ganz normale 37-jährige, die surfen lernen möchte. Die sommersprossige Frau mit den blonden Locken hat Ihr Brett fest unter den Arm geklemmt, bereit für ihre dritte Surfstunde. Ihre 4-jährige Tochter ist in der Kinderbetreuung, die das Surfcamp in dem sie ihren Urlaub verbringen anbietet. Während Ihre Mutter sich mit den Wellen „auseinander setzt“, bastelt sie Traumfänger aus Ästen, Kordel und Muscheln.

Claudia ist nicht allein. Mit ihr schauen 7 weitere Teilnehmer*innen auf das Wasser. Der Surflehrer und sein Assistent geben Instruktionen. Sie erkennt man leicht an den orangefarbenen Oberteilen und den dick weiß eingecremten Gesichtern. Rund sieben Stunden werden sie auch heute wieder am Strand stehen, Tipps geben und schauen wie sich ihre Sprösslinge in den Wellen schlagen.

 


Surfen heißt eins sein mit der Natur, dem Meer und den Wellen

Eins sein mit der Natur

„Mir scheint es, dass surfen aus drei Teilen besteht“, sagt Claudia: „Aus raus paddeln, warten und dem Versuch, die richtige Welle zu erwischen“. Das eigentliche Wellenreiten ist nur ein Bruchteil des Erlebnisses. Dann befestigt sie die leash (engl. für „die Leine am Ende des Surfbretts“) an ihrem rechten Fuß und watet durch die ersten Wellen. Sie legt sich mit dem Bauch auf das Surfbrett und paddelt mit den Anderen los. Eine Welle nach der anderen heißt es zu überwinden und zu durch tauchen. Nach wenigen Minuten haben ihr Ziel erreicht: die Zone hinter dem Weißwasser. Hier sind die Wellen grün und haben sich noch nicht überschlagen. Hier setzen sie sich der Reihe nach auf ihre Bretter. Ein wundervoller Moment im kühlen Meer zu sein, den Blick zwischen Horizont und Strand hin und her gleiten zu lassen. Es ist ruhig, der Tag beginnt und ein Hauch von Demut legt sich über die Gruppe. Es ist ein Gefühl von Eins-sein mit dem Meer und der Natur.

Nach einigen Minuten wird es unruhig in der Gruppe. Die Ersten im Line-up (engl. für „die Linie in der Surfer auf eine Welle warten, bevor der erste sie nimmt“), drehen die Spitzen ihrer Surfboards gen Strand und legen sich dann bäuchlings darauf. In ungefähr 50 Meter Entfernung deutet sich das nächste Wellenset an. Noch zehn Meter, dann wird mit den gepaddelt was das Zeug hält. In dem Moment als sich die Welle überschlägt, drückt sich der erste Surfer auf sein Brett und stellt sich mit gebeugten Knien auf. Füße schulterbreit und parallel zueinander. Gewicht nach vorne und los geht die Reise. Schon ist nur noch sein Kopf zu sehen bevor die Welle kurz vor dem Strand verebbt und er sich ins Wasser fallen lässt.

 


Surfen lernen in Europa geht in verschiedenen Ländern.

Wellenreiten macht süchtig

Claudia ist die Nächste. Es ist ihr zweiter Kurs und heute möchte sie es wagen. Sie macht es wie der Surfer vor ihr als sich das Wasser in einiger Entfernung zu einer Welle formt: Brett herum drehen, drauf legen, paddeln und hoffen. Als sie merkt, dass die Welle ihre Brett erreicht hat, geht alles ganz schnell. Über die enorme Kraft, den Druck der Welle kann sie nun nicht mehr nachdenken. Hände aufs Brett legen, hoch drücken, aufspringen und Füße in die richtige Position bringen. Und dann ist der Moment da! Der Moment in dem sie eins ist mit dem Surfboard, der Welle, der Kraft und dem Rauschen des Wassers um sie herum.

Ein Moment der zum Luft anhalten verführt und sich ins Herz brennt.

Surfen ist ein unbeschreibliches Gefühl!

Es scheint eine halbe Ewigkeit zu sein, bevor die Welle schwächer wird und sie sich ins Wasser fallen lässt. Alles hat geklappt und es war magisch! Strahlend winkt Claudia dem Surflehrer zu. Der hebt den Arm und formt seine Hand zu einem Surfergruss: SCHACKA!

Zeit zum Innehalten bleibt nicht, denn die nächste Welle naht. Wer da sein Brett nicht fest hält, der riskiert, dass es einen tritt. Nicht ungefährlich, selbst wenn man den Kopf mit beiden Armen schützt. Besser also per duck dive (engl. für „mit der Spitze des Brettes voran durch die Welle durch tauchen“) oder turtle roll (das Brett umdrehen, es mit beiden Händen am Rand fest halten und sich darunter ducken, damit die Welle drüber rauschen kann).

Für Claudia steht bereits jetzt fest: es war nicht ihre letzte grüne Welle! Jetzt weiß sie, dass sie es kann und wie es sich anfühlt. Und schon dreht Sie ihr Brett Richtung Horizont und beginnt wieder zu Paddeln.

 

Tipps für Surfanfänger

  • Surfcamps und Surfschulen gibt es weltweit genügend – meine Meinung: unbedingt Kurs machen und richtig surfen lernen, damit sich keine Fehler einprägen! Beispiele sind: Wavetours, Pure Surf, Wellenreiter.
  • Sich im Wasser wohl fühlen, fit sein und schwimmen können ist beim Surfen klar von Vorteil!
  • Mit einem Softboard in zum Körper passender Länge beginnen hilft erst Mal ein Gefühl für die Materie zu bekommen!
  • Strömungen im Meer sind nicht zu unterschätzen. Selbst gute Surfer haben sich da schon schwer unterschätzt! Lieber Vorsicht als Nachsicht!
  • Niemals alleine surfen gehen, immer am besten dort, wo auch andere Surfer sind!

 

Bist Du schon mal gesurft? Oder steht es noch auf Deiner bucket list?

 

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28 Kommentare

  • Elisa August 9, 2018 at 9:06 am

    Ich bin eine absolute Wasserratte und ich fühle mich dort wirklich einfach nur wohl; irgendwie mein Element. Für nächstes Jahr steht auf meinem Plan auch endlich ein Surfurlaub und da kommen Deine Tipps, wie gerufen. Direkt abgespeichert.

    Liebst, Elisa

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    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 9:10 am

      Ach, das freut mich! Dann mal los! Ist wirklich eine Erfahrung die ins Herz geht! LG ! Sirit

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  • Vanessa August 9, 2018 at 11:40 am

    Ich war leider noch nie surfen, steht aber sehr weit oben auf meiner To-Do-Liste (sobald ich halt mal dazu komme Urlaub zu machen).

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    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 12:59 pm

      Urlaub ist so wichtig, einfach abschalten und die Seele baumeln lassen und auch mal NICHTS tun, aber wem sage ich das ;O)! Ich halte Dir die Daumen! VG! Sirit

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  • Alice Christina August 9, 2018 at 12:10 pm

    Oh wow, ich war leider noch nie surfen, aber es würde mich auch sehr reizen. Vielleicht schaff ich das auch mal 😀

    Lieben Gruß,
    Alice von alicechristina.com
    Alice Christina auf Instagram

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 12:59 pm

      Das wäre ja schön! Ich halte Dir die Daumen, dass es eines Tages klappt! LG! Sirit

      Reply
  • Dorie August 9, 2018 at 12:22 pm

    Ich war leider noch nicht surfen aber nach deiner Beschreibung finde ich es sehr verlockend. Vielleicht ergibt es sich Mal 🙂
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

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    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 12:58 pm

      Ich kann es Jedem nur raten, denn es bringt so viel Positives und Gutes mit sich! Danke Dir ! VG, Sirit

      Reply
  • Emilie August 9, 2018 at 12:35 pm

    Sehr geiler Titel! Ich kann leider nicht surfen, aber ich habe auch nicht so die Motivation 😀 Ich möchte lieber endlich mal Stand Up Paddeling ausprobieren.
    Liebe Grüße,
    Emilie von LA MODE ET MOI

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    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 12:58 pm

      Das ist auch eine super Idee! Es macht irre Spaß und bringt was für die eigene fitness! Liebe Grüße! Sirit

      Reply
  • Janina August 9, 2018 at 1:10 pm

    Hallo, am Anfang passt glaub irgendwas nicht 😉 „Dann läuft er Du einige Schritte“! Ein sehr toller Blogbeitrag und der Titel ist spitze, viele sollten mal im Meer surfen statt nur am PC 😉 Mein Mann hat sich auf Teneriffa schon öfters ins Meer gewagt mit seinem Brett, ich schaue da irgendwie lieber zu, so ins kalte Wasser fallen ist nicht so meins :-p GlG, Janina

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    • Textwelle - Redaktion August 9, 2018 at 1:47 pm

      Oh, danke Dir für den Hinweis! Ich muss einfach abstellen irgendwas vom Handy aus einzustellen / zu redigieren. Das ist mittlerweile zu kleine und unpraktisch für ich. Deshalb: Danke Dir ! Alles Gute! Sirit

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  • L♥ebe was ist August 9, 2018 at 2:38 pm

    ohh meine liebe Sirit, du treibst meine Surfer-Sehnsucht gerade wieder so richtig in die Höhe! ist schon viel zu lange her – allerdings war ich eben auch schon ewig nicht mehr im Urlaub, wo ich surfen könnte 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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    • Textwelle - Redaktion August 10, 2018 at 6:29 am

      Yeah! Dann habe ich das Ziel ja erreicht! Musste so lachen bei Deinem Kommentar! Bin gespannt auf Deinen Beitrag dann in Zukunft dazu ;O)! VG, Sirit

      Reply
  • Who is Mocca? August 9, 2018 at 6:32 pm

    Nein bin ich noch nicht und steht auch nicht auf meiner Bucket List. Aber das liegt auch ganz einfach daran, das ich nicht so die Wassernixe bin, sondern mehr die „Plantscherin“. 😉

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

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    • Textwelle - Redaktion August 10, 2018 at 6:28 am

      Ah ok! Vielleicht gehst Du lieber wandern? Danke ! LG! Sirit

      Reply
  • Sarah August 9, 2018 at 7:26 pm

    Du Liebe,
    ich stell mir das richtig abendteuerlixj vor. Aber ich habe auch echt Respekt und war deswegen noch nie surfen. Ich würde mal ins Wasser rausgezogen durch starken Wellengang und bin seit her echt empfindlich was Wassersportarten angeht. Aber lieben Dank für deinen informativen Bericht 🙂

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 10, 2018 at 6:28 am

      Sehr gerne! Ich danke Dir! Ich verstehe sehr, wenn Menschen Respekt haben vor Strömung und Wellen etc. Ist auch gut , dass man Respekt hat vor der Natur. VG! Sirit

      Reply
  • Graziellas Food Blog August 9, 2018 at 8:47 pm

    Meine Liebe, im Meer zu surfen ist natürlich tausend Mal besser, als dies im Netz zu tun. Ich muss zwar das Meer durch den See ersetzen, aber möchte dennoch unbedingt hier an unserem Edersee einen Kurs machen. Danke für die Motivation.

    Liebe Grüße,
    Graziella 💙

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 10, 2018 at 6:27 am

      Surfen auf dem See wird schwierig … Du meinst Windsurfen, richtig? Habe ich noch nicht gemacht bzw. 2 Mal vor vielen, vielen Jahren. Danke Dir! VG, Sirit

      Reply
  • Kay August 12, 2018 at 9:40 am

    Ich bin gerade total versunken in deiner Erzählung. Ich kann mir kaum vorstellen wie toll das Gefühl beim surfen sein muss, aber auch wenn ich das Meer liebe, Wasserratte bin ich keine und fürs Surfen schlicht zu feige. Dennoch lese ich gerne darüber, gerade wenn der Text so lebendig erzählt wird, wie deiner hier! Toller Beitrag!

    Liebe Grüße, Kay
    http://www.twistheadcats.com

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    • Textwelle - Redaktion August 13, 2018 at 9:57 am

      Danke Dir, liebe Kay! Wie nett von Dir! Liebe Grüße! Sirit

      Reply
  • Katja August 12, 2018 at 4:53 pm

    Ich war leider noch nie surfen und kann es auch gar nicht. Vielleicht schaffe ich, es irgendwann zu lernen. Danke für die Inspiration!

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 13, 2018 at 9:56 am

      Bitte, gerne! VG! Sirit

      Reply
  • Avaganza August 12, 2018 at 5:14 pm

    Liebe Sirit,

    Surfen und vor allem Wellenreiten hat mich immer schon fasziniert! Allerdings habe ich einen großen Respekt vor Meer und fühle mich ober Wasser eigentlich nur am Ufer sicher. Ansonsten tauche ich lieber … das hat für mich etwas Magisches <3!

    Ein schöner Beitrag meine Liebe!
    Habt einen schönen Abend!
    Verena

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 13, 2018 at 9:56 am

      Tauchen ist ja auch so wundervoll! Fand es immer faszinierend auf dem Kopf zu stehen unter Wasser! Danke Dir, Verena! LG, Sirit

      Reply
  • Sara August 13, 2018 at 9:54 pm

    Ich liebe Surfen. 2009 war ich in Australien, da hat bei mir alles begonnen. Seitdem würde ich am liebsten jedes Jahr dort hin. fehlt nur leider das Geld.

    Reply
    • Textwelle - Redaktion August 14, 2018 at 6:41 am

      Huhu! Dann geh doch in Portugal oder auf den Kanaren oder Frenkreich! Oder Marokko! Oder Bali ;O). VG! Sirit

      Reply

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