Was bedeutet die Sprachsuche für Texte und SEO? #10

Suchmaschinenoptmierung gehören zu guten digitalen Texten dazu

Ob Alexa, Siri oder Google: Es ist viel einfacher und schneller, kurz mal zu fragen, als etwas einzutippen. Immer mehr Menschen nutzen deshalb Sprachassistenten und Sprachsuche, auch Voice Search genannt. Aber wie verändert sich dadurch die Suchmaschinenoptimierung? Und wie solltest Du auf diesen Wandel im Suchverhalten beim Schreiben Deiner Webtexte reagieren?

„Alexa, wie wird das Wetter heute?“ Diese Frage ist schon jetzt ein Klassiker in der noch jungen Geschichte Sprachsuche. Siri ruft im beim Zahnarzt an, mit „Okay Google“ kannst Du die berühmteste Suchmaschine der Welt ansprechen und Microsofts Cortana durchsucht Bing für Dich. Sprachassistenten in mobilen Geräten und die Smart Speaker auf dem Wohnzimmertisch sind für viele Menschen Alltag geworden.

Dadurch ändert sich auch die Art, zu kommunizieren – und zwar so stark, dass der Bundesverband Digitale Wirtschaft im Februar dieses Jahres den ersten „Voice.World Summit“ in Berlin durchgeführt hat, um den Trend aus Marketingsicht zu betrachten. Die Arbeit mit Sprachassistenten erfordert nämlich ein immer stärkeres Umdenken, besonders im Content-Marketing.

 

Sprachsuche orientiert sich an mündlicher Kommunikation

Es rückt nicht nur der Blick durch die berühmte Kundenbrille in den Vordergrund. Wenn Du von Deinen Kunden in Zukunft auch über die Sprachsuche gefunden werden willst, solltest Du wissen, wie sie sprechen. Welche Worte benutzen sie? Welche Fragen stellen sie sich bzw. den Sprachassistenten?

„Wettervorhersage Hamburg“ oder „Wetter Hamburg“ sind typische Suchanfragen am Desktop. Aber so spricht man nicht mit seiner Alexa. Deshalb werden W-Fragen wichtiger, die einen Dialog einleiten:

  • Alexa, wie wird heute das Wetter in Hamburg?
  • Siri, wo finde ich das beste Frühstückscafé in Eimsbüttel?
  • Okay Google, was ist BARFen?
  • Hey Cortana, wann öffnet das Bezirksamt?

 

Siri oder Cortana - die Sprachsuche ist eine hilfreiche Technik

 

Wenn es eine passende Frage-Antwort-Kombination in den Suchergebnissen gibt, dann liest dir Google den entsprechenden Eintrag in den Suchergebnissen vor (Direct Answers). In diesem Beispiel ist es das Featured Snippet des Eintrags im Comspace-Glossar zum Stichwort Sprachsuche.

Für die Suchmaschinenoptimierung ist es also entscheidend, dass Du in Deinen Texten treffende Antworten auf die Fragen Deiner Zielgruppe gibst. Entweder stellst Du die Frage schon in der Überschrift oder Du baust die passenden W-Fragen in Zwischenüberschriften ein. Zusätzlich optimierst Du die Meta-Beschreibung und den Seitentitel mit den entsprechenden (Longtail-)Keywords.

 

Dein Standort ist wichtig

Wenn Du lokal gefunden werden möchtest, denk daran, Deinen Ort oder den Stadtteil anzugeben. Auf diese Weise optimierte Texte ranken nicht nur in der Sprachsuche gut, sondern auch in der klassischen Suche. Im Moment kannst Du bei der Sprachsuche vor allem mit Texten punkten, die kurze Antworten in leicht verständlicher Sprache geben, also zum Beispiel in Glossaren oder FAQs. Gleiches gilt für Listen und Tabellen.

Sprachlich anspruchsvollere Artikel, die in die Tiefe gehen, werden derzeit noch nicht vorgelesen. Google zeigt sie als normales Suchergebnis an. Aber das Vorlesen wird vermutlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Um herauszufinden, wie Deine Zielgruppe spricht, was sie fragt und was sie bewegt, haben sich aus meiner Sicht zwei kostenlose Tools bewährt: answerthepublic und Google Suggest. Answerthepublic ist eine herrlich humorvoll aufbereitete Seite, auf der Du recherchieren lässt, welche Fragen die Nutzer den Suchmaschinen zu Deinem eingegebenen Keyword stellen.

Und mit Google Suggest hast Du es immer dann zu tun, wenn Google bei Deiner Suchanfrage eine Vervollständigung vorschlägt. Dann geht unter dem Suchfeld ein entsprechender Kasten mit Vorschlägen auf, die sich an den Suchaufträgen anderer orientieren. Beides entbindet Dich allerdings nicht davon, die Bedürfnisse Deiner Kunden gründlich zu recherchieren.

 

Was beschäftigt Deine (potenziellen) Kunden?

Verfolge beispielsweise Gespräche in sozialen Netzwerken, auf Messen, bei Netzwerkveranstaltungen und finde heraus, was in welcher Phase des Kaufprozesses für Deine Zielgruppe wichtig ist. Die gesammelten Informationen kannst Du hervorragend in einer Buyer Persona (auch Kundenavatar oder Wunschkundenprofil genannt) zusammenfassen.

Damit hast Du eine sehr gute Grundlage für Deinen gesamten Content, nicht nur für Webtexte. Aber gerade mit der Website und/oder mit Blogartikeln wollen wir möglichst weit oben bei Google erscheinen, idealerweise mit einem Featured Snippet, wie eben erwähnt.

 

Achte bei Deinen Texten also auf folgende Punkte, um sie auch für die Sprachsuche zu optimieren:

  • Arbeite verstärkt mit Longtail-Keywords.
  • Schreib einfach und klar, keine verschwurbelten Schachtelsätze.
  • Sorg mit Zwischenüberschriften, kurzen Absätzen, Bullet Points etc. für eine gute Struktur.
  • Greif in Überschriften konkrete Fragen der Nutzer auf und liefere knackig-kurze Antworten. Die klassischen W-Fragen haben sich hier bewährt (wer, was, wie, wo, warum?).
  • Schreib Texte, die sich am Bedarf der Leser orientieren (Stichworte: Mehrwert und Relevanz).
  • Achte auf einen eher mündlichen Schreibstil. Schreib also, wie Du sprichst, bzw. wie Deine Zielgruppe spricht. Sprachsuche ist auf Dialog ausgelegt.

Dazu kommen einige technische Aspekte wie die Optimierung für mobile Geräte, kurze Ladezeiten und strukturierte Daten.

 

Deine Zielgruppe ist das A und O

Das Wichtigste ist, dass Du wirklich im Kopf Deiner Zielgruppe steckst, dass Du ihre Wünsche, ihren Bedarf kennst und mit Deinen Texten aufgreifst.

Wenn Du in Sachen SEO also schon bisher Deine Hausaufgaben gemacht hast, dann brauchst Du nur ein wenig mehr auf Longtail-Keywords und passende Suchphrasen in Frageform zu achten. Du hast Dich mit Suchmaschinenoptimierung noch nicht wirklich befasst? Dann ist die vermehrte Nutzung der Sprachassistenten eine gute Gelegenheit, sich mit diesem Thema stärker auseinanderzusetzen und auch den Aspekt der Sprachsuche bei Deinen Webtexten zu berücksichtigen.

 

Über die Autorin:

Simone Maader schreibt Texte und Content-Strategien für Selbstständige, kleine und mittlere UnternehmenMoin, ich bin Simone Maader und ich unterstütze Selbstständige und KMU dabei, Botschaften so zu formulieren und zu verbreiten, dass sie bei der Zielgruppe auch wirklich ankommen. Mein Ziel ist es, Deine Persönlichkeit bzw. den Charakter Deines Unternehmens mit Worten einzufangen und stimmige Inhalte zu entwickeln – für mehr Leser, mehr Follower, mehr Kunden. Mit meinen Texten, Content-Strategien und Redaktionsplänen kommt Deine Kommunikation auf Kurs.

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24 Comments

  • Simone Maader März 25, 2019 at 11:21 am

    Liebe Sirit,

    vielen Dank, dass ich Gast auf Deinem Blog sein durfte. Ich hoffe, dass ich die eine oder andere Anregung in Sachen SEO und Sprachsuche geben konnte und das Thema SEO dadurch auch etwas von seinem Schrecken verliert.

    Herzliche Kolleginnen-Grüße aus Hamburg
    Simone

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 25, 2019 at 11:32 am

      Ach, wie lieb, Simone! Es war mir eine Freude und ja: ich hatte das Thema gar nicht auf dem Schirm bisher! Danke Dir sehr!! VG! Sirit

      Reply
  • Brigitte März 29, 2019 at 3:33 pm

    OK, das war eine interessante Anregung, liebe Simone.
    Und nachgefragtr: inwieweit unterscheidet sich der W-Fragenstil vom Stil der sich an den Sprach-Assistenten orientiert?
    So ganz ist mir das nicht klar geworden.
    Der W-Fragenstil ist als solcher ja immer wieder Thema.
    Was ist also nochmal anders?

    Reply
  • Sandra März 30, 2019 at 7:56 am

    Danke für die vielen tollen Tipps und Anregungen. Einige Dinge davon setze ich ganz automatisch um. Manches kann ich noch verbessern.
    Liebe Grüße
    Sandra

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 30, 2019 at 8:12 am

      Danke, Sandra! Alles Liebe! Sirit

      Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:36 am

      Danke für Dein Feedback, liebe Sandra. Es freut mich, dass ich Dir hilfreiche Anregungen geben konnte. viel ERfolg weiterhin!
      Liebe Grüße
      Simone

      Reply
  • Carry März 30, 2019 at 8:44 am

    Vielen Dank für den tollen Beitrag und die vielen Tipps und Infos 🙂 Mich überrascht, dass ich das ein oder andere davon schon allein aus dem Gefühl heraus schon immer automatisch richtig gemacht habe, gerade was das Strukturieren betrifft.

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:38 am

      Liebe Carry,
      ist doch klasse, dass ich Dein Bauchgefühl noch bestätigen konnte. 😉 Dankeschön für Dein tolles Feedback zum meinem Artikel und herzliche Grüße
      Simone

      Reply
  • Dr. Annette Pitzer März 30, 2019 at 10:38 am

    Die liebe Zielgruppe immer wieder einen Gedanken wert. Danke für die Erinnerung und die vielen Tipps.
    Alles Liebe
    Annette

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:41 am

      Ja, es ist so naheliegend, immer die Zielgruppe im Fokus zu haben. Und trotzdem laufen ihr Produkt oder Dienstleistung regelmäßig den Rang ab … Danke für Deinen lieben Kommentar!
      Viele Grüße
      simone

      Reply
  • Mo März 30, 2019 at 11:08 am

    Liebe Simone,

    herzlichen Dank für diesen gut erklärten Artikel. Es ist wirklich interessant wie das Zusammenspiel mit den richtigen Komponenten funktioniert. Ich bin da noch nicht so gut aufgestellt, aber das werde ich nun mal in Angriff nehmen.

    Liebe Grüße,
    Mo

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:43 am

      Hallo Mo,
      klasse, dass mein Artikel bei Dir den Umsetzungs-Eifer geweckt hat. 😉 Danke für Dein tolles Feedback!
      Herzliche Grüße
      simone

      Reply
  • Andreas Schmied März 30, 2019 at 12:32 pm

    Danke für den wertvollen und hilfreichen Beitrag. Mit dem Thema Sprachsuche habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt. Werde ich ab sofort nachholen.

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:47 am

      Hallo Andreas,
      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. SEO ist zum Glück keine Raketenwissenschaft und die Sprachsuche auch nicht. 😉 Viel Vergnügen und viel Erfolg!
      Herzlichen Gruß
      Simone

      Reply
  • Who is Mocca? März 30, 2019 at 6:30 pm

    Super interessant. Das wird in Zukunft meiner Meinung nach wohl sehr wichtig werden. Danke für die informativen Einblicke!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und agenturspatz.com

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:49 am

      Liebe Verena,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, die Sprachsuche wird immer wichtiger. Die klassische Suche wird sie zwar vorläufig nicht vom Thron stoßen, aber es ist wichtig, die Entwicklung im Blick zu haben.
      Liebe Grüße
      Simone

      Reply
  • Sigrid Braun März 30, 2019 at 7:06 pm

    Ich hatte mich bisher noch gar nicht mit diesem Thema beschäftigt finde es aber sehr spannend. Vielen Dank für den interessanten Beitrag.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    Reply
    • Textwelle - Redaktion April 1, 2019 at 6:39 am

      Sehr gerne, Sigrid! Alles Liebe Euch!

      Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 6:51 am

      Liebe Sigrid,
      danke für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass ich Dein Interesse für dieses (manchmal etwas „unsexy“ wirkende) Thema wecken konnte. 🙂
      Herzliche Grüße
      Simone

      Reply
  • Salvia von Liebstöckelschuh März 30, 2019 at 8:48 pm

    Genau mit diesem Thema beschäftige ich mich auch schon seit einiger Zeit. Allerdings bin ich eher der Typ für komplizierte Texte und verschwurbelten Schachtelsatzbau – vermutlich eine Reinkarnation von Thomas oder Heinrich Mann… aber ich versuche, mich zu bessern.
    Vielen Dank für diesen sehr wertvollen Artikel!
    Salvia von Liebstöckelschuh

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 7:05 am

      Liebe Salvia,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Schachtelsätze sind wirklich der Alptraum jedes Lesers. 😉 Dass Du erkannt hast, dass in Dir ein reinkarnierter Mann oder Kleist steckt, ist ja schon der erste Schritt weg von den Schachtelsätzen. Du siehst: Meine Sätze sind auch mal länger. Aber nicht immer.

      Viele Grüße
      Simone

      Reply
  • Auszeitgeniesser März 31, 2019 at 6:53 am

    Danke für die tollen Tipps. Klar, einiges weiß man, doch immer mal wieder neue Inspirationen zu erhalten und Tipps zu bekommen machen die Arbeit deutlich wirkungsvoller.
    Manches kann ich da noch verbessern, also ran an die Arbeit.
    Liebe Grüße, Katja die https://auszeitgeniesser.de

    Reply
    • Simone Maader April 1, 2019 at 7:08 am

      Hallo Katja,
      dann wünsche ich Dir ganz viel Erfolg beim Umsetzen der neuen Erkenntnisse. 🙂 Danke für Deinen Kommentar!
      Herzliche Grüße
      Simone

      Reply
  • Petra April 1, 2019 at 8:30 pm

    Hallo Simone,
    das ist ein super guter Artikel! Obwohl ich mich immer bemühe, Blogartikel und Webseiten-Texte so zu schreiben, wie meine Klienten sprechen, hat mir dein Text die Augen geöffnet. Mir war nicht bewusst, wie sehr sich die Sprachsuche von eingetippen Suchbegriffen bei vielen Menschen unterscheiden kann. Danke!
    Viele Grüße
    Petra

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