Persönlich werden im Business

Offline Treffen sind wichtig für dein Business

Persönlich kennen lernen ist anders als sich digital kennen. Ich beobachte zwei Männer, die sich in einem Café treffen. Handy raus, Laptops auch! Nach einer Weile sind die digitalen Helfer aber wie Luft. Lachend haut einer der beiden Männer sich aufs Bein. Der andere erzählt mit Händen und Füssen. Herrlich dieses Bild!

Als sie nach rund einer Stunde aufstehen, schütteln sie sich die Hände und klopfen sich auf die Schulter. Da ist ein „Kennenlernen“ passiert. Und zwar ein persönliches: haptisch, mit Gestik und Mimik und allem was dazu gehört.

 

Warum „persönlich werden“  im Business wichtig ist

Es ist wirklich schon manchmal abstrakt. Mit den unendlichen Möglichkeiten sich digital zu vernetzen, kennen zu lernen und auszutauschen ist der eigenen Selbstdarstellung keine Grenze gesetzt. Du kannst Dir

  • einen Avatar zulegen
  • Fotos bearbeiten
  • aussuchen wann Du wie und wem antwortest oder auch nicht
  • Offline gehen und dich einfach taub und stumm stellen
  • selber aussuchen, was du von dir preis gibst und was nicht.

Das mag auf der privaten Seite klasse sein, auf der Business-Seite gilt immer noch:

 

Persönlichkeit und Authentizität sind Gold wert!

 

Ich gebe Dir ein Beispiel: Ich wurde via Email angefragt Webseiten Texte neu zu schreiben. Es ging um eine bestimmte Art von Kleidern! Die Dame schlug direkt vor einfach mal sich in einem Video Call kennen zu lernen. Persönlich sozusagen. Mit Stimme und allem drum und dran. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag und redeten über Ihr Business, wie es dazu kam, was Ihr wichtig ist und wer Ihre Zielgruppe ist. Es kamen Fragen auf und – was das allerwichtigste ist – wir waren beide auf dem gleichen Level, lachten viel und merkten: das passt!

Kurzum: Ich kreierte neue Texte für sie und zwar nicht nur aufbauend auf den vorhandenen Texten. Die Texte basierten auf dem was ich mir während unseres Calls notiert hatte! Notizen und Sketchnotes sind extrem wichtig!

Faktoren des persönlichen Kennenlernens

Kein digitaler Kanal wird je ein persönliches Kennenlernen ersetzen. Einige Faktoren finde ich dabei beachtenswert.

1. Termine finden

Wir sind alle busy, oftmals bis zum Anschlag. Schlage deshalb 2 bis 3 konkrete Termine mit Datum und Uhrzeit vor, die für Dich passen. Es ist wichtig, dass Du dann auch nicht gestört wirst und Dich auf das Meeting vorbereiten kannst! Und gleichzeitig ist Dein Gegenüber ganz bei Dir zur selben Zeit und kann sich auf Dich einstellen.

 

2. Einstieg

Ihr habt Euch persönlich verabredet und trefft Euch zu einem beruflichen Termin in deinem Büro, einem Café oder  einem Coworking Space.

Der ehrlichste und beste Einstieg ist Dein Interesse an Deinem Gegenüber kund zu tun. Gerade wenn Dein Gegenüber Dein „Wunsch-Auftraggeber“ oder „Wunsch-Kunde“ ist dann zeig ihm, wie Du sie oder ihn unterstützen kannst. Wie kann Dein Produkt oder deine Dienstleistung ihr oder ihm helfen? Rede nicht um den heißen Brei, denn sonst gibt es nachher noch Missverständnisse oder Unklarheiten.

Wichtig ist jedoch, dass Du nicht die ganze Zeit nur von Dir redest. Gib Raum für einen guten Dialog statt Monolog!

 

3. Konzentration

Ich persönlich finde es schlimm, wenn ich merke, der Gegenüber ist gar nicht bei der Sache. Kennst Du das? Klar kann es sein, dass Jemand 100 andere Dinge im Kopf hat und davon abgelenkt ist. Das kenne ich auch von mir selber. Aber wenn ich schon einen Termin ausmache, dann bin ich konzentriert und bei der Sache. Dann bin ich DA und nicht WOANDERS im Kopf!

 

4. Vorbereitung

Mit wem hast Du es bei dem persönlichen Kennen, egal ob Online oder Offline zu tun? Was macht diese Person alles und was ist ihr wichtig. Eine Recherche zu der Person, dem Unternehmen, den Kunden oder dem Leitbild der Organisation ist essenziell . Ein Blick auf die Homepage und die Sozialen Medien Kanäle wirkt Wunder! Nicht nur bezogen auf das, was die Person schreibt, sondern auch was Sie Preis gibt, wie sie digital arbeitet und aufgestellt ist. Mach Dich schlau und richte Deinen Fokus auf das Gespräch aus, möglichst zeitnah vorher!

 

5. Technik

Stell Dir vor, ihr habt endlich einen Termin gefunden und seid Beide Online zur richtigen Zeit. Aber dann funktioniert Dein Wifi nicht, Du suchst ein Internetkabel, du weißt nicht wie Du Dein Mikrofon einschaltest oder Du weißt nicht wie die App, die Du nutzt überhaupt funktioniert. Katastrophe! Klar, geht davon nicht die Welt unter! Aber es ist doch schön, wenn alles gut läuft und funktioniert. Ein Technik-Check, ein Testlauf und ein „sich mit allem vorher beschäftigen, was man braucht“ hat noch niemandem geschadet!

 

6. Notizen und Nachbearbeitung

Eure Besprechung ist beendet, ihr habt einen Eindruck vom Anderen und klinkt Euch aus. Und dann?

Dann notierst Du Dir Deine weiteren Gedanken, zu den Notizen (die Du Dir natürlich gemacht hast), fängst die Ideen auf, die Dir kommen und bearbeitest den Call nach! Mit Datum und Stichworten und allem, was Dir dazu einfällt. So lange ein Eindruck noch frisch ist, ist die Nachbearbeitung am besten!

 

 

Ein gutes Gespräch kann der Anfang einer guten Bindung sein

 

 

3 Möglichkeiten für einen guten Gesprächseinstieg

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dir mehr von Deinem Gegenüber „verraten“ und gleichzeitig etwas mehr Lockerheit in das Gespräch bringt. Drei Tipps persönlich zu werden zeige ich Dir hier auf.

a) Stelle gute Fragen

Frage Deinem Gegenüber wie ein typischer Berufsalltag bei ihr oder ihm aussieht. Was sind die Faktoren, die der Person besonders Spaß machen? Was waren wichtige Milestones der Person auf dem Weg zu ihrem JETZT? Was würde die Person im Rückblick anders machen?

Für Dich kannst Du dann Informationen heraus arbeiten z.B. zu folgenden Punkten:

  • warum Ihr Job ihr Spaß macht
  • wie sie sich in ihrem Job auf etwas vorbereitet
  • wer ihr Wunschkunde ist
  • auf was sie besonder Wert legt im Job
  • mit wem sie kooperiert
  • was ihr Ziel, ihre Vision ist

 

b) Selbsteinschätzung

Frage die Person welche 5 Verben, 5 Adjektive und 5 Substantive sie sich selbst zuordnet und notiere Dir diese. Wie wir uns selber sehen, weicht meist davon ab, wie uns Andere sehen. Deshalb finde ich diesen Punkt besondern lehrreich. Wenn ich dann einen Text für die Person z.B. für ihre Webseite schreibe, habe ich diese Einschätzung im Hinterkopf. So kann ich zielgerichteter und schreiben für die Person.

 

c) Mimik, Gestik und Co.

Achte stets darauf, was neben den gesprochenen Worten sonst noch an Mimik, Gestik und Emotion transportiert wird. Kratzt sich die Person ständig an der Nase? Benutzt sie viele „Ähms“ und ist sich dessen, was sie erzählt unsicher? Hat Sie Lebenserfahrung und Menschenkenntnis? Ist die Person eher extrovertiert oder ist sie eher ein verschlossener Typ?

Wenn ich Texte schreibe für die Webseite eines Auftraggebers oder einer Auftraggeberin, dann fließt das, was ich höre, sehe und zwischen den Zeilen heraus finde mit ein. Automatisch. Das Magische ist dann, dass die Texte dann eben nicht nur Fakten beinhalten und Keywords. Sie enthalten das, was die Person ausmacht und was sie in ihr Unternehmen einbringt. Und dann passt es passgenau!

 

Gibt es was, was Du außerdem noch nutzt, falls Du schon Erfahrung mit digitalen Gesprächen hast? Dann schreib mir gerne!

Was Egoismus mit Business zu tun hat, liest Du hier. Und wenn Du wissen willst, wie Du Empfehlungen bekommen kannst, dann lies hier weiter.

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20 Comments

  • Elise September 26, 2019 at 3:09 pm

    Hallo Sirit,

    danke dir für die Impulse. Finde es auch wahnsinnig wichtig, den anderen wenigstens mal am Telefon zu hören, z.B. damit ich weiß, wie weit ich bei der Tonalität im Text gehen kann. 🙂 Die Idee mit den jeweils 5 Substantiven, Adjektiven und Verben kommt direkt in meinen überarbeiteten Briefingbogen.

    Liebe Grüße

    Elise

    Reply
    • Textwelle - Redaktion September 26, 2019 at 3:30 pm

      Elise! hallo! Ich kenne Dich von Instagram, right? Wie schön- danke für Deinen Kommentar! Merci! LG, Sirit

      Reply
  • Goji Cream Oktober 2, 2019 at 8:11 am

    Ihr Blog ist so inspirierend und interessant! Ich werde auf jeden Fall wieder hierher kommen

    Reply
    • Textwelle - Redaktion Oktober 2, 2019 at 3:24 pm

      Vielen lieben Dank! VG, Sirit

      Reply
  • Tanja L. Oktober 3, 2019 at 9:33 am

    Eigentlich hast du total Recht, aber für mich ist es doch sehr schwer mit den persönlichen Gesprächen. Auf der Arbeit würden es zu viele Leute mitbekommen und daheim habe ich keinen eigenen Arbeitsraum. Sobald mein Freund oder ein Kollege in der Nähe sind, kann ich mich schon wieder gar nicht voll auf irgendwelche Telefonate einlassen…

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 3, 2019 at 11:47 am

      Ah, ok! Dann brauchst Du irgendwann Dein eigenes Life in a Box Büro ;O). Danke Dir, Tanja! LG! Sirit

      Reply
  • Marion Oktober 3, 2019 at 11:22 am

    Hallo Sirit,
    Da sind paar gute Ansätze bei. Gerade in der Online Kommunikation lässt manches zu Wünschen übrig, Angefangen vom Stil einer Mail, bis zum Skype Telefonat. Ich hab da Dinger erlebt – da fragt man sich echt – gehts noch? Schöner Artikel – gerne gelesen. Viele liebe Grüße! Marion

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 3, 2019 at 11:46 am

      Danke Dir, Marion! Schöne Grüße zurück! Sirit

      Reply
  • Richard - Papablogger Oktober 4, 2019 at 8:26 am

    Hallo Sirit, ein klasse Artikel! Ich bin ja im Grunde „Digitalo“ durch & durch. Aber grade beruflich geht nix über das Netzwerken & das persönliche Kennenlernen. Das Gesicht zu einem E-Mailkontakt/Dienstleister/Auftraggeber zu sehen & sich auszutauschen, ist nach wie vor die beste Art der Kommunikation.

    LG, Richard vom https://www.vatersohn.blog/

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 4, 2019 at 2:08 pm

      Danke, Richard! Ja, ich bin auch Digitalo, Seniorin-Digitalo ;O). LG! Sirit

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  • Miriam Oktober 4, 2019 at 6:36 pm

    Das sind tolle Tipps, vielen Dank dafür. Ich finde es schwierig, im Berufsleben den richtigen Mix zwischen Persönlichem und zu viel preisgeben zu finden. Letzteres will ich dann auch nicht, obwohl ich schon jemand bin, der gerne erzählt.

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 5, 2019 at 6:36 am

      Danke Dir Miriam! Hab einen schönen Tag! Sirit

      Reply
  • Alice Christina Oktober 4, 2019 at 7:20 pm

    Persönlichkeit und Authentizität find ich auch so extrem wichtig! Aber in jedem Job und auch in jeder persönlichen Lebenslage. Und gerade bei einem persönlichen Treffen ist ein stattfindender Dialog besonders wichtig. Ich würde auch nie mit jemanden zusammenarbeiten wollen, der nur ein Monolog führen möchte. Ebenso wie eine gute Vorbereitung; sonst bringt ja ein Face 2 Face Meeting nichts.

    Liebe Grüße,
    Alice Christina von http://www.alicechristina.com

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 5, 2019 at 6:36 am

      Das stimmt! Ich danke Dir, Alice Christina! Lieben Gruß, Sirit

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  • Dr. Annette Pitzer Oktober 5, 2019 at 6:26 am

    Wenn das digitale Kennenlernen dann auch noch extrem minimalistisch stattfindet wird es mühsam. Ich bekomme Anfragen, für einen Ersttermin in meiner Praxis, in denen die Mail leer ist und nur in der Betreffzeile steht „Ich will einen Termin“. Auch die kryptische Mailadresse macht es oft noch nicht einmal möglich das gegenüber korrekt anzusprechen. Irritiert mich extrem und macht eine Menge Mehrarbeit, denn man übernimmt die gesamte Kommunikation erst einmal alleine. Man zieht die notwendigen Eckdaten in zig Mails dem virtuellen Gegenüber mühsam aus der virtuellen Nase. Bis man dann irgendwann einem Menschen gegenübersitzt. In Deinem Business als Texterin genau wie in meinem als Therapeutin ist es natürlich sehr wichtig den Kunden/Patienten einschätzen zu können um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu erreichen.

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 5, 2019 at 6:35 am

      Ja, kann ich Dir nur zustimmen. Leere oder unvollständige Mails, die noch nicht mal eine höfliche oder zumindest nette Anrede enthalten sind echt ein Graus. Und mich irritiert das auch! Vielen Dank, Annette! VG, Sirit

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  • Jana Oktober 5, 2019 at 10:01 am

    Schöner Artikel! Ich halte es so: Bei Kurzprojekten muss es manchmal auch ohne ein persönliches Kennenlernen funktionieren. Aber wenn man auf längerfristiger Basis zusammen arbeitet, führt daran kaum ein Weg vorbei und es macht die Folgekommunikation sehr viel einfacher.

    Liebe Grüße
    Jana

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 5, 2019 at 10:03 am

      Hallo Jana, ja das stimmt, die Komunikation im Anschluss ist dann ein anderer Level. Vielen Dank Dir! LG, Sirit

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  • View of my Life Oktober 5, 2019 at 10:19 am

    Das Kennenlernen ist sehr wichtig. Bei einem neuen Kooperationspartner ist es mir auch wichtig denjenigen persönlich kennenzulernen. Toller Beitrag liebe Grüße Claudia

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    • Textwelle - Redaktion Oktober 5, 2019 at 10:23 am

      Danke Dir, liebe Claudia! Lieben Gruß! Sirit

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