Die Schwierigkeit des Seins (#9 Alice Ebel)

Tu Dir etwas Gutes und nutze Neurografik für Deinen Weg

Früher war die Leichtigkeit des Seins, eher die Schwierigkeit des Seins in meinem Leben. Zumindest was Schreiben und die Kunst angeht.

Es war mir ein absoluter Graus, in der Schule Aufsätze schreiben zu müssen. Sich eine spannende Geschichte auszudenken und sie lebhaft zu formulieren, stellte mich vor eine große Herausforderung. Ich hielt es für ziemlich sinnlos. Noch heute schnürt es mir die Kehle zu, wenn ich daran denke. Ich fühlte mich hilflos und ohnmächtig dabei. Ich war vom leeren Blatt regelrecht überfordert. Zwar habe ich diese Zeit überlebt, aber es ist etwas hängen geblieben. Das Trauma des kreativen Schreibens „auf Knopfdruck“ verfolgt mich bis heute. Kaum zu glauben, dass dies nun anders ist.

Der Kampf mit den eigenen Ansprüchen

Ähnlich ging es mir mit der Kunst. Hier allerdings hatte ich einen Wunsch nach gestalterischer Freiheit und Leichtigkeit. Doch alles, was ich früher zu Stande brachte waren sehr akribische oder naturgetreue Kunstwerke. Ich beneidete Künstler, die spontan, impulsiv und mit einer scheinbaren Lockerheit intuitiv ein beeindruckendes Werk entstehen lassen. Ich hingegen ärgerte mich meist darüber, dass ich mich Kopf gesteuert immer wieder im Detail verlor. Und das obwohl sich meine Bilder teilweise sehen lassen konnten.

 

Malen und Zeichnen tut der Seele gut

Was detailverliebtes Malen mit Weißglut zu tun hat

Ich war eher eine analytische Perfektionistin, die den Dingen auf den Grund gehen wollte. Das führte zu Beginn meiner Karriere zu sehr hohen Ansprüchen an mich selbst. Ich hatte das Gefühl erfolgreich und perfekt sein zu müssen. So presste ich mich in ein Korsett des Müssens und des Sollens, um dem gerecht werden zu können. Dieser mir selbst auferlegte Druck machte mir sehr schwer zu schaffen. Damals dachte ich, dass das Leben nun mal so sei. Schließlich hatten es mir meine Eltern nicht anders vorgelebt.

Heute habe ich eine andere Perspektive darauf. Nach viel zu vielen Jahren habe ich es geschafft, in die Freude zu finden, die ich mir schon so lange ersehnt habe. Mein Weg dorthin begann mit einem einfachen Stift. In der Schule hatte ich immer versucht, dem Schreiben aus dem Weg zu gehen. Jetzt aber sah einen Sinn darin: Es half mir, meine Sorgen, Zweifel und Frust zu Papier zu bringen.

Damals war ich noch nicht offen dafür, mir von anderen helfen zu lassen. Ich vertraute mich einfach meinem Tagebuch an. Der Effekt war, dass meine Gedanken keine weiteren Endlosschleifen mehr in meinem Kopf fuhren. Sie konnten auch mal eine andere Richtung einnehmen.

Das Schreiben war für mich ein Ventil. Die Worte aufs Papier zu bringen war eine Erlösung. Wenn ich auch meist noch keine Lösungen zu meinen Themen gefunden hatte, so hatte ich zumindest eine große Last abgelegt.

Erst später, als ich bereit war, mir helfen zu lassen, kam bei mir die Veränderung. Als ich jemanden hatte, der mir den Spiegel vorhielt und mir aufzeigte, was bei mir schief lief. Jemand, der mir half, einiges in die gewünschte Richtung zu biegen. Es brachte eine solche Veränderung in mein Leben, dass ich inzwischen das Gefühl habe, endlich zu leben und nicht einfach nur zu funktionieren.

 

Das Korsett des Müssens und des Sollens loslassen

Für diese Veränderung bin ich unendlich dankbar. Ich habe erkannt, dass man sich nicht durch solche Floskeln wie

  • „so ist das nun mal“
  • „reiß dich zusammen“ oder
  • „da kann man nichts machen“ …

… aufhalten lassen sollte. Wir alle dürfen durchaus ein erfülltes, freudvolles Leben leben und brauchen es nicht in einem „Korsett des Müssens“ zu fristen.

Und gerade aus dieser Dankbarkeit heraus habe ich mich der Aufgabe gewidmet, auch anderen Frauen auf ihrem Weg zu helfen.  Ich unterstütze meine Klienten dabei ebenfalls ein selbstbestimmtes, freudvolles Leben zu führen.

Auf diesem Weg habe ich auch meinen Frust des akribischen Malens durchbrochen. Neurographik ist nun ein zentraler Teil meiner Arbeit geworden. Es ist eine kreative Methode mit der Du mit Stiften Wege für Dich entdecken kann, auf die Dein Kopf bislang noch nicht gekommen ist. Das strukturierte Zeichnen ist eine Brücke dazu hinderliche Emotionen abzubauen (z.B. Ängste, Wut, Trauer). Außerdem kannst Du dadurch negative Glaubenssätze oder Muster verwandeln oder auch Zukunftspläne erarbeiten und bekräftigen. Es war also wieder ein Stift der mir half mich weiter zu befreien. Ich nutze nicht nur die Technik bei meinen Klienten, sondern zeichne sehr viel auch für mich selbst.

Wie auch beim Schreiben erkannte ich, dass die Neurografik drei meiner Bedürfnisse adressiert:

  • Abstrakte Bilder: meinem Anspruch auf ein fotorealistisches Ergebnisse brauche ich nicht nachkommen
  • Eine klare Anleitung: Futter für meinen inneren Analytiker
  • Einen zugrundeliegenden Nutzen: gerne sehe ich einen Mehrwert in dem, was ich tue

 

Mit Neurografik innere Grenzen sprengen

 

Neurografik sind mein Schlüssel zum Glück

 

Zurückblickend sehe ich viele Parallelen zwischen dem Schreiben und dem Malen. Es freut mich sehr, dass ich Sinn in beidem gefunden habe. Ich schaffe es dadurch, mein Leben selbst und mit großer Zuversicht und Freude zu steuern. Und das schlussendlich mit einem Stift vor dem es mir in der Schule so gegraust hat. Wer hätte es gedacht!

 

Was sind Deine Erfahrungen mit dem Schreiben oder Zeichnen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!


Über die Autorin:

Neurografik ist Teil von Alice Ebels Alltag

Alice Ebel ist eine Mutter, die es geschafft hat, sich aus dem Hamsterrad der Fremdbestimmung zu befreien. Sie hat ihren eigenen Weg gefunden und begleitet als Coach ihre Klienten mit kreativer Leichtigkeit in ein selbstbestimmtes, freudvolles Leben. Mittels Neurografik (eine kreative Transformationsmethode) und ihren gezielten Fragen hilft sie dabei, Konflikte oder innere Hindernisse zu lösen, sich selbst auf die Spur zu kommen und Lebensfreude zu entfalten.

Mehr über Alice Ebel und ihre Arbeit findest Du auf ihrer Seite: Alice Ebel oder auf Ihrer Facebook Seite !

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4 Comments

  • Linni März 7, 2019 at 10:53 am

    Hallöchen,
    ich muss echt sagen, dass ich es toll finde, dass Alice so offen über Gedanken und Gefühle gesprochen hat. Da finde ich auch tatsächlich Parallelen zu mir und das ist denke ich auch schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Man muss sich erstmal selber eingestehen, dass man nicht perfekt ist und zwar keiner von uns und das auch okay ist! Perfektionismus ist etwas, was wir selber von uns erwarten, aber sonst keiner!

    Ich wünsche euch beiden einen schönen Tag!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    Reply
    • Alice Ebel März 7, 2019 at 2:10 pm

      Liebe Linni,

      vielen Dank für deine Worte.

      Wo ich früher selten Preis gegeben habe, was sich in mir selbst tut, so habe ich inzwischen gelernt, dass es mir und meiner Umwelt gut tut, wenn ich nicht immer ein Poker-Face ziehe. 🙂

      Schön zu sehen, dass ich damit auch andere ermutigen kann, zu sich zu stehen, den ganzen selbst auferlegten Druck abzulassen und das Leben zu genießen.

      In dem Sinne: Enjoy!

      Liebe Grüße,
      Alice

      Reply
  • Cordula März 7, 2019 at 5:26 pm

    Hallo,
    richtig toll wie offen du hier über deine Erfahrungen berichtest. Ich denke, dass Schreiben und auch kreativ zu sein (egal in welcher Form) ein sehr gutes Ventil sein kann. Und dass es einen auch sehr ausfüllen kann.
    Ich habe immer schon gerne geschrieben. Aber auch gezeichnet. Am liebsten mag ich es, wenn ich für mich selbst zeichne. Wenn niemand über meine Schulter blickt und mich beobachtet. Das war mir damals immer unangenehm. Denn, so sehr man darin auch seine Gefühle zu Papier bringen kann, wenn andere zusehen und einen bitten ob man auch etwas für sie zeichnen könnte (sei es ein Portrait oder eine Tattoo-Vorlage) raubt das nicht selten die kreative Lust. Zumindest ging es mir oft so.
    Aber gerade das Zeichnen kann sehr helfen die eigenen Gefühle zu verarbeiten. Da entstehen nicht selten richtig tolle Sachen ;).

    LG

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    • Alice Ebel März 13, 2019 at 8:37 am

      Hallo Cordula,

      ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Für andere zu malen oder zu schreiben ist etwas ganz anderes als für sich selbst – vor allem, wenn man durch das Malen/Schreiben einen Zugang zu sich selbst gefunden hat und so in einen Dialog eintritt.

      Ein solcher Dialog findet normalerweise nicht statt, wenn man für andere malt. Allerdings habe ich inzwischen auch tolle Künstler kennen gelernt, die sich eben darauf spezialisiert haben, dass das Bild doch eine persönliche Bewandtnis hat und das innere Wachstum fördern kann. Dies ist wohl ein kommender Trend: Energetische Kunst.

      Ein solches Bild habe ich mir letztes Jahr von einer sehr feinfühligen Person erstellen lassen und seit dem hat sich für mich auch vieles verändert. Um so etwas machen zu können muss man sicherlich auch über eine bestimmte empathische und künstlerische Veranlagung verfügen. Das Thema finde ich sehr spannend und bin schon neugierig, was dieser Bereich noch alles hervorbringen wird.

      Viele Grüße,
      Alice

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