Bye bye – Jahresende 2017

Es gibt Menschen, über die es schwer ist zu schreiben und die man nie vergisst.

Zu jedem Jahresende gehört auch eine Vergangenheit

An Tagen wie heute habe ich das Gefühl bereits einige Leben gelebt zu haben. Noch nicht einmal abhängig davon in welchem Land ich war, sondern vor allem abhängig davon welche Erfahrungen ein Abschnitt mit sich brachte. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, alles aufzuschreiben. Aber wo ist der Anfang, wo wie Mitte und wie geht es danach weiter.

Besteht der Anfang aus meinen ersten Schritte auf dem Sand von Waikiki Beach und das Gefühl, was ich damals hatte, dass das nicht wahr sein kann. Oder ist es die Fahrt – Jahre später – durch die Red Woods in Kalifornien. Ist es ein drei Tages Wanderung über die „trois cirques“, die drei Spitzen der Insel Réunion. Im Regen, alleine, ohne mir Gedanken darüber gemacht zu haben ob mir etwas passieren könnte oder nicht. Vielleicht sind es neben Orte auch Menschen, die meine Lebensabschnitte begleitet haben und begleiten. Höhen und Tiefen und all das was noch kommen wird. Zum Jahresende fliegen Erinnerungsschnipsel mal wieder herum. Und das ist auch gut so. Ob ich heute noch alle Momente und top acts meines bisherigen Lebens zusammen bekomme? No way!

 

Einen Text zu schreiben über das Jahresende fällt nicht scher

Vielleicht sollte ich doch einmal ein (oder mehrere) Geschichten schreiben über die Momente meines Lebens.

 


Manche Momente vergesse ich nie

Oder dieser Moment in Kalifornien: Ich stehe in Santa Barbara, hatte Karten für ein Babatunde Olantunji Konzert. Plötzlich betritt eine Dame die Bühne. Kurze graue Haare, sanftes Lächeln. Das Publikum tobt. Und ich stehe da und mir wird erst viel später bewusst wen ich vor mir hatte: die unglaubliche Joan Baez. Zwei Schritte von ihr entfernt und verzaubert. Ich kann es immer noch nicht recht glauben und das nach 25 Jahren. 25 Jahre? Oh mein Gott.

 

Die Musik von Joan Baez geht unter die Haut

 


Heute ist erst einmal heute

Draußen regnet es und ist kalt. Wie oft am Jahresende. Um fünf Uhr wird es dunkel. Weihnachten steht vor der Tür. Jedes Jahr ist es etwas anders. Aber was gleich ist, ist das Gefühl. Das Gefühl mich auf das neue Jahr zu freuen:

 

  • mir schon vorzeitig Dinge vorzunehmen
  • nicht zu warten, einiges bereits anzufangen
  • aus meiner Mitte heraus handeln: Bauchgefühl und Intuition ist das was zählt.

 

So sind nun seit wenigen Wochen die ersten Schritte zu meiner Selbstständigkeit getan. Ich freue mich. Egal in welche Richtung dies geht. Ich merke, dass ich schreiben muss und dass ich motivieren möchte. Diese zwei Sachen. Die liegen mir, die will ich. Und ich freue mich darauf es in Angriff zu nehmen. 2018: ich komme!

 

 

Lange Wanderungen bringen einen zu sich selbst.

These boots are made for walking …. von meinen Wanderschuhen habe ich mich immer ungerne getrennt.

 


Einmal um die Welt

 

So hielt mich auch Nichts als es darum ging nach Hawaii zu gehen. Ich wunderte mich, dass sich erst drei auf die Liste am Schwarzen Brett eingetragen hatten. Hawaii? Will da nicht Jeder hin? Scheinbar nicht und so hatte ich Glück und Mut. Ich bestand alle erforderlichen Tests und genoss eine feine Abschiedsparty mit Freunden.

Flug, Visum, Koffer gepackt: los ging’s. 24 Flugstunden, 2 Stop over. Alleine die Jahre auf Hawaii sind purer Romanstoff. Die Wanderung auf den 4.500 Meter hohen Mauna Kea auch. Zwei Tage hoch und einen Tag runter. Mit Rucksack auf dem Rücken und zwei Freunden an der Seite. Ohne groß darüber nachzudenken und ohne großartige Hightech Ausrüstung. Über 3.000 Meter dann der Höhenkoller von meinem Freund Oliver, der sich an den Rand des Pfades setzte und keinen Schritt weiter gehen wollte. Eine Ohrfeige und die heran brechende Nacht überzeugte ihn schließlich einige Zeit später. Die Unterkunft: eine shelter, die nur vor Wind schützte aber nicht vor Kälte. Das alles zu einer Zeit in der die Welt noch sparsam mit Fotos umging. Und in der eine Wanderung ohne Selfie und Social Media ein reines Erlebnis für die Seele war.

Wie oft musste ich an so viele Momente zurückdenken, die ich alle auf meinem Lebenskonto bisher verbuchen durfte.

 

Sprung ins kalte Wasser

Das ist oftmals eine wirkliche gute Sache: weniger nachdenken und einfach machen!

 


Das Leben ist zerbrechlich

 

Ebenso wie der Segeltörn mit unserem Freund Lester. Bei dem die Wellen so hoch waren und mein Magen so flau, dass ich mich irgendwann nicht mehr halten konnte und über die Reling schlidderte, overboard. Hinein in das kalte Wasser, was mich voll bekleidet nach unten zog. Meine eigenen Schreie und das Segelboot, was sich stetig entfernte. Wasser schluckend versuchte ich meine Schuhe abzustreifen und meinen Kopf über Wasser zu halten. Dann Blackout. Ein Arm, der mich mit viel Adrenalin in hohem Bogen durch die Luft aufs Boot zurück hievte. Im Krankenhaus hatte die Erkenntnis wie fragil das Leben ist. Und wie wundervoll. Ich werde LESTER SACKS immer dankbar sein. Der Tag an dem Lester Sacks seinem Krebs erlegen ist, der 26. Februar 2017, ist das Lowlight in diesem Jahr. Ich werde diesen Menschen nie vergessen.

 

Es gibt Menschen, die man nie vergisst.

Lester Sacks: was für ein besonderer Mensch, der überall seine Spuren hinterlassen hat. Ich bin ihm auf ewig dankbar!

 

Niemals hätte ich gedacht, dass noch so viele Erlebnisse und Abenteuer folgen würden. Ständig sagen mir Leute: „Was Du alles schon erlebt hast“. Und jedes Mal denke ich: dazu ist das Leben da, um Dinge zu erleben. Zumindest ist das meine Meinung. Und das ist „nur“ eine von 7,5 Milliarden. An Tagen wie heute, habe ich das Gefühl, dass es noch mehr Menschen gibt, mit denen ich Momente teilen möchte. Und, dass ich einiges weiter geben zu wollen. In Form von Geschichten oder als Aufruf dankbar zu sein für das was ist.

 

Danke und auf ein gutes neues Jahr 2018!


 

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6 Kommentare

  • Katia Januar 11, 2018 at 7:50 pm

    Schoen geschrieben und ich wuensche dir ganz viel glueck!

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    • Textwelle - Redaktion Januar 12, 2018 at 4:02 pm

      Ach, danke Katia! Wie nett von Dir! Jucheee! Aloha zu Euch!

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  • Resiiilein Februar 14, 2018 at 1:59 pm

    Der Text hat mich sehr berührt. Du schreibst so, dass ich regelrecht mitfühlen kann. Diese Erinnerungen von deinen Reisen wirken so bildhaft. Sehr schön, und ich wünsche ein tolles 2018!

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    • Textwelle - Redaktion Februar 17, 2018 at 9:17 am

      Ich danke Dir, das ist aber lieb! LG!

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  • L❤ebe was ist April 4, 2018 at 1:24 pm

    da hast du ja ein Jahr hinter dir! es stimmt absolut – das Leben ist zerbrechlich und eben viel zu kurz es nicht in allen Zügen zu genießen 🙂

    in diesem Sinne hoffe ich, dass dein Jahr gut läuft bisher!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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    • Textwelle - Redaktion April 4, 2018 at 2:06 pm

      Hallo Tina! Du bist eine Detektivin, toll! Du findest immer noch was Neues bei mir, da danke ich Dir für! LG!! Sirit

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