Was ist das Gute an einer Haifisch-Attacke?

Ein Haifisch kommt selten allein.

Auch in Deutschland gibt es sie: Haifische. Sie lauern an jeder Ecke, vor allem digital. Auch ich machte diese Erfahrung und traf einen Haifisch. Seitdem trage ich einen Neopren Anzug bei der Arbeit. Neun Millimeter dick mit Kopfhaube und Handschuhen. Naja, zumindest geistig. Mich bekommen sie nicht, denn schwimmen kann ich. Reportagen schreiben auch. Das habe ich gelernt und das ist mein Ding. Zumindest bis zu dem Tag X. Ich hatte einen Gastbeitrag geschrieben. Mit Salz darin und Pfeffer. Richtig gut. Ich schickte ihn an den Admin eines Portals wo ich landen wollte. Nur wenig Minuten später kam die Antwort: „Sorry, tut mir leid. Der Text ist schlecht.“ Nach einem kurzen Schock Moment war klar: Es hätte jedoch nicht besser kommen können! Aufgeben gibt’s nicht. Neu schreiben aber!

 

Aufgeben gibts nicht. Neu schreiben aber!

Auch ich musste den Unterschied zwischen Texten für Print Medien und für das Internet erst lernen.

 


Kopfschütteln auf ganzer Linie

Ich saß vor meinem Rechner und lehnte die Antwort innerlich ab. Dann tippte ich ein  „Warum?“ in die Tasten. Ich wollte Beweise. Was folgte war eine Auflistung:

 

  • fehlende Zwischenüberschriften
  • fehlendes fett oder kursiv Geschriebenes
  • ungenügender Mehrwert
  • fehlende Verlinkungen
  • SEO Lücken

 

Also im Grunde MANGELHAFT. Na, super.

Ich fühlte mich wie von einem Haifisch attackiert.

Aus dem Hinterhalt und unerwartet. Aber zum Glück ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen!

 


 

Manchmal ist es gut auf sein Bauchgefühl zu hören

 

Ich erinnerte mich: Am letzten Tag meiner Reisereportage Schulung sagte der Seminarleiter Helge Sobik: „Fangt mit Euren Texten klein an bei Eurer Lokalzeitung“. Gesagt – nicht getan. Ich schrieb und schrieb. Und dann rief ich bei der Welt an und der Süddeutschen. Das Resultat lässt sich blicken: Textwelle – auf dieser Seite befinden sich einige Artikel, die in überregionalen Blättern erschienen sind!!!

Was war passiert? Es war das Beste passiert, was mir passieren konnte. Ich war „Opfer“ einer Haifisch Attacke! Ich hatte direkt zu Anfang Kritik bekommen. Mein Ehrgeiz war gepackt. Ich recherchierte nochmal neu und stieß auf Sätze wie: Schreiben für Zeitungen ist anders als Schreiben für Blogs. Alles klar.

 

Digitaler Pepp ist nicht gleich gedruckter Pepp

 

Facebook, Pinterest, Twitter oder Instagram sind wichtig wenn man digital weiter kommen möchte

Facebook ist nicht gleich Instagram, ist nicht gleich Pinterest oder Twitter. Nur wer die Regeln beherrscht kommt weiter.

 

Es geht um Emotionen, die den Leser direkt in einen Lese-Sog ziehen. Es geht um die richtigen Schlagworte, um Reichweite um die Vermarktung auf angesagten Social Media Kanälen. Pepp in jeglicher Form ist angesagt. Rund 30 % der Zeit verbringt der digitale Schreiber mit Schreiben, der Rest ist das posten, liken, retweeten bei Twitter, sich in Facebook-Gruppen tummeln, seine Pinnwände bei Pinterest pflegen, kommentieren.


 

Digitales Schreiben ist wie ein nicht endender Marathon

 

Schreiben für das Internet ist wie ein Marathon ohne Ende

Beim Marathon muss der Körper mitspielen aber auch die Psyche.

 

Am Ziel ist man nie. Alles will aktuell gehalten und gefüttert werden. Der Rausch möglichst viele Follower zu haben und so oft es geht ge-liked zu werden. Zum Glück treffe ich jedoch mehr auf Menschen, die es gut meinen, als auf Haifische. Menschen, die einen Rettungsring dabei haben. Und so wendet sich das Blatt und ich adaptierte, wie schon so oft im Leben. Konstruktiv statt destruktiv.

Und noch heute denke ich : Wie gut, dass ich nicht nur schreiben, sondern auch schwimmen kann!

 


 

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9 Kommentare

  • Linni Februar 10, 2018 at 5:47 pm

    Hallöchen,
    was ein toller Beitrag. Ich finde aus solchen kann man dazu lernen. Und ich finde es toll, dass du dein Wissen mit uns teilst. Viele können mit Kritik nicht umgehen und behalten es für sich!

    Liebst Linni,
    http://www.linnisleben.de

    Reply
  • Sigrid Braun Februar 11, 2018 at 8:54 am

    Ein sehr interessanter Beitrag. Ohne Kritik tritt man auf der Stelle und kommt nicht weiter.
    Ein amerikanisches Sprichwort sagt;
    Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    Reply
    • Textwelle - Redaktion Februar 11, 2018 at 9:05 am

      Danke Sigrid! Kritikfähigkeit ist vor allem ja lernbar, man muss es aber wollen. Viele reagieren defensiv drehen sic rum und gehen weg . Mh. Auch keine Lösung. LG!

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  • PiusLucius Februar 14, 2018 at 9:33 am

    Ein sehr gelungener Text!
    Ich versuche mittlerweile auch immer mehr (konstruktive) Kritik aufzunehmen und mich so zu verbessern.
    Und die “Haiattacken“ aka böse Kommentare versuche ich hinzunehmen, aber weniger an mein Herz zu lassen

    Gruß und Kuss,
    PiusLucius

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    • Textwelle - Redaktion Februar 14, 2018 at 11:02 am

      Ganz ehrlich? Ich glaube, dass ist für keinen einfach! Ich finde vor allem, dass dieses digitale Medium echt auch ne Kehrseite hat, die viele Missverständnisse birgt etc. Da hilft nur direktes Kommunikation und es nicht zu persönlich nehmen. Ich muss immer an irgendwelche VIPs denken, mit was die täglich zu tun haben an Kritik. Kopf hoch ;O)!

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  • Antje M. Februar 19, 2018 at 9:04 am

    Oh ja, mit Kritik umgehen zu können, muss man lernen. Und inzwischen ist es mir lieber, knallhart mit der Wahrheit konfrontiert zu werden, als solche unehrlichen Lobhudeleien, die nicht ehrlich gemeint sind. Aber schwer ist es trotzdem noch, besonders wenn man selbst denkt, die gemachte Arbeit ist toll und dann hagelt es Schelte🙈

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    • Textwelle - Redaktion Februar 19, 2018 at 4:52 pm

      Ach, Antje, Du sprichst mir aus dem Herzen! Wir passen gut zusammen ;O). Alles Liebe! Sirit

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  • L❤ebe was ist Februar 19, 2018 at 10:06 am

    ein interessanter Titel – und das ist ja hier wohl auch das besondere 😉
    ich wunderte mich erst, aber da macht dieser Titel zum Beitrag ja absolut Sinn 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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    • Textwelle - Redaktion Februar 19, 2018 at 4:51 pm

      Danke, liebe Tina! Hast Du auch schon „Haifisch-Erfahrungen“ gemacht? Habe einen schönen Abend!

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