Tipps für den Urlaub in Frankreich am Meer

Texte über Reisen lesen Menschen gerne. Die Garnelenfischer auch.

Die Garnelenfischer von Noirmoutier

Fischer fischen nicht nur Fische sondern auch … Garnelen. Erst ist es nur einer, dann vier und wenig später sind es mehr als zehn. Sie gehen parallel zum Strand, hin und her. Langsam, fast meditativ. Gesprochen wird nicht. Jeder ist für sich.

Es ist Ebbe, die Luft über dem Strand flimmert vor Hitze. Das Meer ist kühl. Geduldig schieben die Garnelenfischer ihre Netze an langen Stöcken über den Meeresboden. Es wird einige Stunden dauern bis sie eine gute Portion Essbares zusammen haben. Gäbe es Algensalat, wären sie in wenigen Minuten fertig.

 

Geduldig auf Garnelenfang

 

Wie jeden Tag treffen sich die Fischer von am Strand von Barbâtre. Bernard und sein Freund Richard sehen aus wie Taucher. Sie tragen Neoprenanzüge. „Das ist richtiger Sport“, sagt Bernard und lacht, „das geht in die Arme und Beine“. Garnelen sammeln und essen ist das Hobby des 63 Jahre alten Rentnern. Jedes verbringt er mehrere Monate im Jahr auf der Insel Noirmoutier im Departments Vendée in West-Frankreich. Was ein Fischer hier braucht ist Geduld und eine gute Kondition.

Die Insel an der französischen Atlantikküste liegt rund 55 Kilometer von Nantes. Nur zwei Straßen führen auf die Insel. Die 4,5 Kilometer lange passage du gois ist bei Flut unpassierbar. Hier findet jedes Jahr der Gezeiten Wettlauf „les Foulées du Gois“ statt. Viele Läufer beginnen zu Fuß und schwimmen ins Ziel, so schnell steigt das Wasser. Am 6. Mai 2018 ist es wieder soweit. Tickets gibt es hier. Ein einmaliger Spaß für wenige Euro!

 

Office de Tourisme de Beauvoir sur Mer
9 Rue Charles Gallet
85230 Beauvoir-sur-Mer
Tél. 02 51 68 71 13

 

Schaut Euch das mal auf diesem Video des Tourismus Büros an! Unfassbar!

 

Eben noch waren es die Fischer. jetzt sind es die Läufer. Im Westen von Frankreich findet einmal im Jahr ein besonderer Lauf statt

 

(Quelle: http://www.lesfouleesdugois.com/le-passage-du-gois/sport-et-nature/)

Manchmal steht dem Fischer das Wasser bis zum Hals

Auch Bernard steht das Wasser nach drei Stunden bis zum Hals. Geduldig hebt er das rechteckige Netz aus dem Wasser und zupft die Algen heraus. Die rosa farbenen und grauen Garnelen wirft er in seine Reuse mit Steropor Kragen, die er hinter sich her zieht. „Ab und zu essen wir die Garnelen zusammen mit der Bonnotte“, sagt Alain im vorbei waten. Garnelen fischt er schon seit seiner Jugend. Jetzt fischt auch seine Frau. Beide wissen wie gut die Königin der Kartoffel schmeckt. Und auch wie selten sie sich dieses Vergnügen leisten können. Algendünger und Salzwasser machen aus der kirschgroßen „kleinen Guten“ das was sie ist: eine französische Delikatesse, die nur in kleinen Mengen angebaut wird.

 

 

Bonnotte Kartoffel aus Noirmoutier im Westen von Frankreich ist eine Delikatesse

 

 

An Salz mangelt es auf der Insel hingegen nicht. Auf rund 1.200 Hektar erstrecken sich die marais salants, die Salzsümpfe, der Insel. Das weiße Gold entsteht bei der Verdunstung aus Meerwasser in speziell angelegten Becken. Salzbauern kämmen das Salz mit Brettern, die an langen Stielen befestigt sind von den Böden. Die kleinen symmetrisch geordneten Salzpyramiden, die so entstehen, sind das beliebteste Postkartenmotiv der Gegend.

 

Das Garnelenfischen ist Tradition

Das die Touristen ihn vom Strand aus fotografieren stört Bernard nicht. Er ist in seinem Element. Ein letztes Mal schieben er und die Anderen sein Netz vor sich her. Eine Tradition, die sie von ihren Vätern und den Väter ihrer Vätern übernommen haben. Die Flut kommt und mit ihr verschwinden die Garnelen. Die Sonne krabbelt langsam den Himmel Richtung Horizont. Wie auf Kommando verlassen die Fischer von Noirmoutier ihr Revier. Ihre Netze tragen sie über den Schultern. Ihre Reusen beulen sich nach unten. „Müde, aber zufrieden“ sagt Bernard und winkt herüber. Drei Worte müssen reichen zum Abschied.

 


 

Ofenkartoffel Bonnotte

Was Ihr braucht

  • Kartoffeln (festkochend, also z.B. Bonnotte)
  • Knoblauch
  • Rosmarin
  • Salz
  • Olivenöl
  • je nach Geschmack: Paprikapulver und / oder Pfeffer aus der Mühle

 

Aus diesen Zutaten macht ihr eine Marinade, d.h. die Zubereitung dauert nicht lange. Die Kartoffeln lasse ich immer ungeschält. Natürlich bürste ich sie gut ab!

Dann gebt Ihr die Kartoffeln auf ein Blech, stellt den Ofen auf rund 180 bis 200 Grad. Nach rund einer Stunde (je nach Größe der Kartoffeln) sind die Kartoffeln durch und fertig für den Verzehr!


 

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46 Kommentare

  • Küstenmami März 14, 2018 at 2:25 pm

    Das hast Du richtig toll beschrieben – am liebsten würde ich gleich nach Noirmoutier aufbrechen! Auch meine Küstenkinder wären begeistert 🙂

    Liebe Grüße, aktuell von der Ostsee,
    Küstenmami

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 15, 2018 at 8:32 am

      Na, da komm, Küstenmami! Pack die Badehose ein und los gehts! Danke Dir!

      Reply
  • Petra März 14, 2018 at 6:27 pm

    genialer blogpost und besonders das rezept muss ich unbedingt gleich mal ausprobieren. alles liebe, petra!

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 15, 2018 at 8:32 am

      Ah! Hallo Petra! Da bist Du! Danke Dir! Willkommen in meiner Welt! LG. Sirit

      Reply
  • Ina März 14, 2018 at 6:56 pm

    Danke wieder für einen interessanten Bericht und ein wirklich lecker klingendes Rezept. Der Gezeiten Wettlauf klingt ja mega spannend.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 15, 2018 at 8:31 am

      Hallo Ina! Ja, da müssten wir mal als Blogger Truppe mit machen! Nicht nur schreiben sondern auch Sport machen ;O). LG, Sirit

      Reply
  • L♥ebe was ist März 14, 2018 at 7:10 pm

    mit Garnelen kann man mich zwar jagen, aber das Ofenkartoffel-Rezept klingt echt gut! ich liebe auch Rosamrin-Kartoffeln 😛

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 15, 2018 at 8:31 am

      Hallo Tina! Verstehe ich, dass mit den Garnelen. Ist bei mir mit allem Flutschigen. Danke und LG!

      Reply
  • Henrik März 14, 2018 at 7:30 pm

    Hey Sirit,

    ein sehr sehr schöner Text. Da fühlt man sich direkt an die Küste versetzt. Da fällt mir ein, dass ich ja selber mal glorreicher Garnelenfischer in Taiwan war. Meine Impressionen kannst du in meinem Shrimp-Fishing-Bereicht nachlesen 🙂

    Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 15, 2018 at 8:30 am

      Ja! Gelesen und kommentiert! Danke Henrik!

      Reply
  • Gina März 15, 2018 at 7:48 pm

    Hallo Sirit,

    dieser Lauf gegen das Meer ist ja faszinierend, so etwas habe ich noch nicht gesehen! Bestimmt ein guter Grund, dort mal hinzufahren.

    Liebe Grüße
    Gina

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 16, 2018 at 6:35 am

      Hallo liebe Gina! Das Gute ist, finde ich dass der Lauf für die ganze Familie ist! Alle kommen einfach mit! Danke Dir! LG! Sirit

      Reply
  • Roswitha Bruder-Pasewald März 15, 2018 at 8:52 pm

    vielen Dank für den tollen Artikel. wunderbar eure Eindrücke verarbeitet.

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 16, 2018 at 6:16 am

      Guten Morgen ! Ich danke Dir! Ja, schreibe immer gerne nach einer Reise. VG, Sirit

      Reply
  • Sabine von Ferngeweht März 15, 2018 at 11:01 pm

    Klingt nach einem spannenden Ausflug. Und das Rezept hört sich auch lecker an – dankeschön!

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 16, 2018 at 6:16 am

      Hallo Sabine! Danke Dir! Liebe Grüße!

      Reply
  • Julia März 18, 2018 at 8:04 am

    Ich war ja bis vor kurzem kein Fan von Garnelen, mittlerweile gehts aber.

    Das Rezept sieht wirklich lecker aus. Ofenkartoffel geht eigentlich immer.

    Alles Liebe,
    Julia
    http://www.missfinnland.at

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 18, 2018 at 4:15 pm

      Ich finde Garnelen auch sehr speziell! Wie Muscheln. Und wie Oliven oder Kapern eigentlich auch, aber anders. Danke und LG, Sirit

      Reply
  • Wioleta März 18, 2018 at 9:45 am

    Richtig interessanter Beitrag! Wir Schwarzwälder haben leider weniger Bezug zu Wasser und zum Fischen, daher ist das toll mal in eine andere Welt einzutauchen:)

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 18, 2018 at 4:14 pm

      Hallo Wioleta! Du kommst aus dem Schwarzwald? Wie schön! Da bin ich immer durch gekommen als ich am Bodensee gearbeitet habe. Sehr schön bei Euch! VG!

      Reply
  • Linni März 18, 2018 at 4:46 pm

    Ich finde Garnelen echt lecker! Danke für den Einblick und für das Rezept! Ofenkartoffeln gehen ja echt immer! 🙂

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 19, 2018 at 6:52 am

      Hallo Linda! Danke Dir! Ja, Ofenkartoffeln, lassen sich gut mit vielem würzen und kombinieren. VG!

      Reply
  • nini März 18, 2018 at 7:19 pm

    Mir war gar nicht klar, dass Garnelen so gefischt werden. Total interessant, danke für den Beitrag. Liebe Grüße Nini von http://www.mamazeiten.com

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 19, 2018 at 6:51 am

      Hallo Nini! Ja, dort ist es so, an anderen Orten natürlich auch anders. Fand es aber ein gutes Thema um darüber zu schreiben. LG!

      Reply
  • Kati März 18, 2018 at 7:28 pm

    Das wäre genau was für meinen Mann. Danke für diesen tollen Einblick. LG, Kati
    http://www.kuchenkindundkegel.de

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 19, 2018 at 6:51 am

      Hallo Kati! Dann hat sich der Artikel ja schon gelohnt! Das ist witzig.
      Danke und VG!

      Reply
  • Carry März 18, 2018 at 9:07 pm

    Toller Beitrag und vielen Dank für das Rezept 🙂 Ich mag zwar keine Garnelen, aber die Ofenkartoffeln werden definitiv nachgemacht 🙂 Auch wenn ich normale gekochte Kartoffeln nicht mag, esse ich doch total gerne Ofenkartoffeln ^.^

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 19, 2018 at 6:50 am

      Hallo liebe Carry! Ich schreibe gerne Beiträge, die nachher mit einem Rezept enden, auch wenn es nur etwas simples ist. Danke Dir!

      Reply
  • Nadine März 18, 2018 at 9:35 pm

    Interessant zu erfahren, wie man Garnelen fischt 🙂 Auch wenn ich sie nie essen würde *lach* Traditionen hingegen faszinieren mich sehr!
    Danke für deinen interessanten Beitrag

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 19, 2018 at 6:49 am

      Hallo Nadine! Ja, sind schon speziell solche Garnelen! Verstehe ich! Danke Dir! LG

      Reply
  • Tanja L. März 23, 2018 at 10:47 am

    Von den Garnelenfischern habe ich noch nichts gehört. Aber ich würde mir das gerne mal anschauen. Ich liebe Garnelen! Aber gegen ein paar Algen habe ich auch nichts, die schmecken ja auch nicht schlecht. 🙂

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 23, 2018 at 11:05 am

      Hallo liebe Tanja! Ich liebe Garnelen auch! Dann passt es ja! Und die Algen sind sicher auch für die Haut gut. Danke Dir!

      Reply
  • Anni März 23, 2018 at 1:14 pm

    Oh das klingt wirklich super. Das liest sich wie eine Geschichte, du hast einen schönen Schreibstil. Da bekommt man richtig Lust sich diese Garnelenfischer anzusehen und sich näher damit zu beschäftigen. Aber hauptsächlich habe ich jetzt Lust auf ein Krabbenbrötchen 😀

    Viele liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 23, 2018 at 3:45 pm

      Danke Dir, Anni! Wie lieb von Dir! Ich liebe schreiben einfach! LG, Sirit

      Reply
  • Bea März 23, 2018 at 11:11 pm

    Lecker, Garnelen. Dass sie so einen Aufwand machen, sie zu fangen, ist mir nicht bewusst gewesen. Aber die Franzosen dort haben ja die Ruhe weg. Ich liebe dieses Flair. Und natürlich Ofenkartoffeln. Danke für das Rezept.

    Liebe Grüße,

    Bea.

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 24, 2018 at 6:28 am

      Hi Bea! Ich danke Dir! Ja, die Franzosen sind entspannt. Aber klar, wenn man am Meer lebt ist man glaub ich eh enstpannter als in der Stadt. VG!

      Reply
  • Sophie März 24, 2018 at 12:18 am

    Du hast mich kurz an einen anderen Ort gezaubert. Wirklich toll geschrieben.
    Garnelen haben wir als Kinder auch oft am Strand gefischt. Jedoch in ganz klein und kaum verzehrbar. Aber daran musste ich gerade wieder denken. Vielen lieben Dank für den Ausflug! 🙂

    Reply
    • Textwelle - Redaktion März 24, 2018 at 6:27 am

      Danke, Sophie! Wie nett von Dir! Ja wir sind auch öfter am Meer, muss einfach sein! VG!!

      Reply
  • Claudia April 14, 2018 at 3:41 pm

    Ein wunderschöner Artikel ❤️. Ich freu mich schon auf meinen Frankreich Urlaub im Sommer.
    Liebe Grüße Claudia

    Reply
    • Textwelle - Redaktion April 16, 2018 at 7:15 am

      Ja! Ich mich auch! Vielleicht sieht man sich ja mal ;O)! LG! Sirit

      Reply
      • Claudia April 16, 2018 at 11:10 am

        am Strand :-))

        Reply
        • Textwelle - Redaktion April 16, 2018 at 1:03 pm

          Am Strand? Wer? Wie? Wo? Was? Alles Liebe, Claudia!

          Reply
  • Karl-Heinz Juni 6, 2018 at 8:42 am

    Danke für den Beitrag, der Lust auf eine Reise zur französischen Atlantik-Küste macht (war schon viel zu lang nicht mehr dort). Das Rezept kling gut – wird ausprobiert! Herzliche Grüße, Karl-Heinz

    Reply
    • Textwelle - Redaktion Juni 6, 2018 at 11:55 am

      Danke Dir, lieber Karl-Heinz! Ja Reisen ist schon generell eine feine Sache! VG!!

      Reply
  • Julia Juni 6, 2018 at 1:34 pm

    Danke für die Erklärung. Wieder was gelernt. Schon da du uns das alles näher bringst.

    Liebe Grüße
    Julia

    Reply
    • Textwelle - Redaktion Juni 6, 2018 at 3:03 pm

      Ich danke Dir, liebe Julia! VG!!

      Reply

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