Regeln & Tipps zum Geld verdienen mit Deinem Blog (#22 Ohfamoos)

Regeln & Tipps zum Geld verdienen mit Deinem Blog (#22 Ohfamoos)

Bloggen ist das eine. Geld verdienen das andere. Aber wie bekommt man diese beiden Dinge in einen Guss?

Als meine Kollegin Elke Tonscheidt 2014 die Idee zu ohfamoos hatte, dachten wir nicht, dass wir mit unserem Blog jemals unternehmerisch unterwegs sein würden. Wir wollten uns mitteilen, von unseren Erfahrungen berichten und inspirieren, aufmuntern und Empfehlungen aussprechen. Ein bisschen querdenken und die Gesellschaft beleuchten. Als Kommunikationsprofis aus der PR- und Journalismus-Branche wollten wir die Freiheit und Individualisierung der digitalen Medienwelt nutzen, um Leitmedien gezielt entgegenzuwirken und um unsere Gedanken einem interessierten Publikum zu präsentieren. Aber erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.

 

Von der Bloggerin zur Unternehmerin

Unser digitales Unternehmertum entstand über die Jahre nach dem Motto: „Learning by Doing“. Euch möchten wir diese Mühe ersparen und dafür haben wir ein paar simple Regeln aufgestellt.

 

Regel #1 – Regelmäßig schreiben

Für jede*n Blogger*in ist vor allem regelmäßiges Schreiben wichtig. Wir z.B. veröffentlichen jede Woche zwei neue Beiträge, und noch nie haben wir diesen Rhythmus unterbrochen. Das ist richtige Arbeit: Idee kreieren, Recherche betreiben, Beitrag schreiben, Redigieren, Bilder bearbeiten, Beitrag posten und auf sozialen Media Kanälen teilen. Übrigens holen wir immer Freigaben von denen ein, die wir interviewen oder porträtieren. Das ist viel mehr Arbeit, wird aber in unseren Augen einer guten Berichterstattung gerecht.

 

Regel #2 – Leserzahl aufbauen

Leser zu erreichen ist am Anfang mühsam. Meistens startet man mit der Familie, die sind aber nicht die Zielgruppe, die man sich wirklich wünscht. Neue Leser anzusprechen ist viel Arbeit, wenn man den Blog organisch aufbauen will, also ohne gekaufte Follower. Hier sind die sozialen Medien ein wahrer Segen. Je nach Thema posten wir auf LinkedIn, Facebook, Xing, Pinterest und Instagram und haben damit gute Erfahrung gemacht, um neue Leser zu gewinnen. Um diese Leser an Euren Blog zu binden, solltet Ihr unbedingt einen Newsletter oder ähnliches erstellen, damit sich interessierte Leser dazu anmelden können.

 

Regel# 3 – Themen definieren

Das gelingt nicht immer gleich am Anfang. Man möchte ja über so viele schreiben. Bücher, Kochrezepte, die Politik, Mütterthemen oder Karriere. Viele konzentrieren sich auch ganz auf Mode und Kosmetik – Themen, die wir bewusst fast gar nicht setzen. Aber auch bei uns war es wirklich breit gestreut. Wir wollten nicht in irgendeine Nische gedrängt werden. Daher haben wir uns vier Themenkategorien ausgesucht, die unseren Leser dazu verleiten, nach weiteren Beiträgen zu stöbern.

 

 

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Regel# 4 – Links zu anderen Bloggern

Blogger und Bloggerinnen sind sehr nette Menschen, die sich über einen Link zu ihrem Post freuen und das Kompliment auch gerne zurückgeben. Also sucht Euch ein paar Blogs aus, die ihr cool findet und verlinkt Euch, auch zu euren älteren Beiträgen.

 

Regel# 5 – Eigene Bilder nutzen

Auch wenn ihr keine Starfotografen seid: Versucht Eure eigenen Bilder zu nutzen. Natürlich gibt es viele freie Mediatheken, aber diese Bilder findet man dann auch in anderen Artikeln im Netz und das macht Eure eigene Geschichte weniger originell.

Diese Regeln haben wir über drei Jahre befolgt und bei uns sind dann gleich zwei Dinge passiert:

  1. Wir bekamen immer mehr Anfragen, ob Firmen bei uns werben dürfen. Und es waren darunter Produkte/ Dienstleistungen, die zu uns passten!
  2. Wir hatten die Expansionsidee der Ohfamoosen Unkonferenz.

Es ist natürlich sehr schmeichelhaft, wenn sich plötzlich Firmen melden, die auf Deinem Blog werben wollen, weil die Themen gefallen, der Stil passt und ihre Zielgruppe direkt angesprochen wird. Das gefällt und wir merkten schnell, dass wir mit unserer Strategie Erfolge erzielten.

 

Regel# 6 – Mediakit

Das bedeutete aber auch, dass wir uns um Kooperationsbedingungen kümmern mussten. Was ist ein Beitrag auf ohfamoos wert? Wie stellen wir das am besten dar? Rechtlich gilt, sobald ein Blog Einnahmen erzielt, könnte bereits die Gewinnerzielungsabsicht unterstellt werden und somit ein Gewerbebetrieb vorliegen. Hier hilft Euch der Gang zum zuständigen Finanzamt oder der Steuerberater, den wir unbedingt empfehlen. Seit ein paar Wochen gibt es jetzt unsere Seite Kooperationen.

 

Mit Bloggen offline Geld verdienen

Und dann war da noch unsere Idee: die Menschen, die uns lesen, zu vernetzen. Die Ohfamoose Unkonferenz war geboren. Nicht nur online Geld verdienen sondern auch offline.

Seit zwei Jahren sind wir jetzt mit unseren Ohfamoosen Unkonferenzen in Hessen und Nordrhein-Westfalen in der Eventbranche etabliert. Das lohnt sich finanziell noch nicht, da sind wir ehrlich, aber auch hier setzen wir auf den langen Atem. Und da wir unsere Events ebenfalls selbst organisieren, haben wir auch hier ein paar Tipps für Euch.

 

Tipp 1 – Achte auf Deine Liquidität

Um ein Event zu organisieren, muss man Geld im Voraus in die Hand nehmen, bei Hotels und Ähnlichem in Vorleistung gehen. Rechnungen schreiben und eine ordentliche Buchführung aufstellen. Wir machen das gänzlich in Eigenleistung, was aber auch bedeutet, dass Ihr Zeit dafür investieren müsst.

 

Tipp 2 – Kenne Deine Leser

Warum sollten Menschen Euer Event besuchen und dafür Geld bezahlen? Darauf müsst ihr ein besonderes Augenmerk richten. Bei uns war es die Idee, unsere Themen tiefer zu diskutieren. Nicht viele Leser kommentieren gern im Detail. Wir wollten aber mehr von unseren Lesern erfahren und in tiefere Diskussionen einsteigen. Da wir nach fünf Jahren unsere Leserschaft gut kennen, können wir interessante Themenfelder herausarbeiten und als Offline-Event anbieten.

 

Tipp 3 – Erstelle Listen 

Für unseren ersten Event haben wir potentielle Teilnehmer identifiziert, Listen erstellt und dann jeden Einzelnen individuell angeschrieben. Zu beachten ist hier, dass sich Menschen nicht gerne früh auf einen Termin festlegen. Sie halten sich gerne ein Türchen auf oder sagen im letzten Moment ab. Auch darauf sollte man vorbereitet sein.

 

Tipp 4 – Wähle das richtige Angebot

Mittlerweile gibt es in Deutschland haufenweise Events von Bloggern, für Blogger, zu jedem erdenklichen Thema. Da gilt es besonders auf das Preis-Leistungsverhältnis zu schauen. Welchen Mehrwert dürfen Teilnehmer von Eurem Event erwarten? Wo ist euer USP (Unique Selling Point)? Uns ist zudem wichtig: Gute Veranstaltungsorte zu finden!

Es macht uns unfassbare Freude, unsere Leser persönlich kennen zulernen, und das Feedback der Teilnehmer inspiriert uns immer wieder aufs Neue, Dinge auszuprobieren. Wir hoffen, die Regeln und Tipps helfen Euch.

Als Unternehmerinnen haben wir uns übrigens noch etwas auf die Fahnen geschrieben. Unser Handeln wird von ethischen Merkmalen bestimmt. Dabei stehen ökologische und sozial-marktwirtschaftliche Kriterien im Vordergrund. Wir denken mit dem, was wir unternehmerisch planen, an unseren Planeten und die nächste Generation. Gern lassen wir uns da von einem anderen, befreundeten Blogger inspirieren: Uwe Alschner, dessen Motto lautet: „Ganz Mensch sein.“

 

Ist das nicht wunderbar? Wir finden, sogar ohfamoos!

Willst du auch mit Deinem Blog Geld verdienen? Schick uns Deine Fragen oder Erfahrungen!

 

Zu der Autorin Sonja Ohly:

Sonja Ohly ist eine schreibende Nomadin, die 2011 ihre PR Agentur in Dubai verkauft hat und nun ständig durch die Welt reist. Seit 2014 betreibt sie zusammen mit Elke Tonscheidt den Blog ohfamoos. Sonja ist begeisterte Taucherin und engagiert sich gerne als Mentorin bei jungen Menschen.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Das ist ja interessanter Beitrag.
    Unser Blog ist noch ganz frisch und wir werden bestimmt ganz bald wieder bei euch vorbei schauen 🙂
    Vielen Dank

    1. Textwelle - Redaktion

      Danke Euch! Bis bald also! VG, Sirit

  2. Miriam

    Oh, danke für die Tipps, da sind ein paar wertvolle dabei. Ich bin im Moment bei der großen Frage, ob ich anstreben möchte, mit dem Blog Geld zu verdienen. Bisher mache ich das aus guten Gründen (ich bin hauptberuflich Journalistin und will mir nicht den Vorwurf gefallen lassen, käuflich zu sein) nicht, aber ich bin am Überlegen, wo ich mich langsam vom Journalismus abwende. Mal sehen.

  3. Jana

    Ich sehe das genau wie Ihr, überall wird von der „Nische“ geschrieben, in der man passen muss … ich bin aber lieber bunt und kreativ und so sehen auch die Themen auf unserem Blog aus 🙂 Schöner Beitrag mit vielen wertvollen Tipps!

    Liebe Grüße
    Jana

  4. Elke

    Wir danken für die ohfamoosen Kommentare. was das Geld betrifft, das „man“ nehmen kann: Unsere Erfahrung ist: Ja, nicht unter Wert verkaufen. ABER: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Zu früh ist unglaubwürdig. Und bringt im schlechten Fall sogar Kritik. Im guten Fall: Nix 🙂 Also, auf den Bauch, die Intuition hören!!! LG, Elke

  5. Tanja

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Auch ich arbeite seit ein paar Jahren hauptberuflich als Bloggerin – on- und offline. 😉 Daher bin ich natürlich auch immer an einem konstruktiven (Erfahrungs)-Austausch mit Kollegen interessiert.
    Viele Grüße
    Tanja

    1. Textwelle - Redaktion

      Hej Tanja! Ich schaue mal bei Dir vorbei. Verdienst Du Geld mit Bloggen? VG, Sirit

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